§ 3. DIE STELLUNG DES PAPIERGELDES IM GELDSYSTEM.
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Bald nach seiner Ausgabe gelang es dem Staate abernicht mehr, seine Annahme im Privatverkehr zu erzwingen.Es wurde akzessorisches Geld und war als solches befähigt,ein Agio zu erhalten.
Während des unglücklich verlaufenden Krieges mit Eng-land steigerte nun der Staat den Papiergeldumlauf durch weitereEmissionen, 1781 durch Ausgabe von 79 Millionen Realen vn;1782 wurden 222 Millionen Realen vn unter das Publikumgebracht.
Um den Scheinen eine weite Verbreitung zu geben,wurden 1781 und 1782 kleinere Stücke zu 300 Pesos aus-gegeben. Es glückte dem Staate jedoch nicht, sie auf demParistand mit dem Metallgelde zu halten, er konnte sie nurzum Kurswerte, mit einem negativen Agio von 18-25%, anseinen Kassen ausgeben.
Im Jahre 1783 verschwand indes das negative Agiodes Papiergeldes völlig, als es in Metallgeld einlösbar wurde.Vales wurden somit provisorisches Geld und bildeten das ersteund einzige Beispiel einlösbarer spanischer Zahlungsmittel da-maliger Zeit.
Mit der Einlösung wurde der am 17. Juni 1782 miteinem Aktienkapital von 300 Millionen Realen vn errichteteBanco Nacional de San Carlos betraut, welcher seine Opera-tionen im Jahre 1783 begann.
Der Mangel einer das Geldwesen regulierenden Bankhatte sich in Spanien nach Untergang der im Jahre 1401 ge-gründeten Depositen- Bank von Barcelona¹) im 18. Jahrhundertempfindlich geltend gemacht. Die Notwendigkeit, die Valesim gesamten Zahlungsverkehr zirkulieren zu lassen und ihnen
1) Barcelona hatte schon 6 Jahre vor Genua die erste öffentlicheWechsel- und Depositenbank besessen in der von dem letzten Königder katalonischen Dynastie Martin I., dem Menschenfreundlichen, ge-gründeten, Taula de Cambi"( taula= tabla= Brett oder Bank). Siestand unter Aufsicht des Staates.
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Siehe auch Colmeiro, Econ. pol. II. S. 502.
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