§ 3. DIE STELLUNG DES PAPIERGELDES IM GELDSYSTEM.
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die Zolleinnahmen des Staates erreichten eine nie dageweseneHöhe.
Infolge des reichen Kapitalzuflusses war es der Bankleicht, die ihr zur Einlösung präsentierten Vales in Metallgeldzu zahlen 1).
Bald erhielten die Papierscheine wegen der Leichtigkeitihres Transportes von Ort zu Ort ein positives Agio. DiesesAgio betrug fast 10 Jahre lang, in den Jahren 1784-1793,11/20 in Madrid und 21/2 0/0 in Cadiz, der damals bedeutendstenHandelsstadt Spaniens.
War die erste Emission auf Grundlage von Hinterlegungmetallischen Geldes entstanden, so wurden alle weiteren Aus-gaben der Vales direkt vom Schatzamt oder der Bank vor-genommen, ohne daß Metallgeld als Basis der Geldschaffungdiente( sie waren autogenes Geld). Auch in dem Fortfall desVersprechens einer späteren Rückzahlung zeigte sich einFortschritt zum eigentlichen Papiergelde.
Infolge der Vorliebe des Publikums für Papiergeld, dasbei den mangelhaften Verbindungsmitteln im ganzen Reiche vielleichter als Metallgeld zirkulierte, sah sich die Regierung zuweiteren Emissionen veranlaßt. Sie wollte, wie sie es in denbetreffenden Dekreten aussprach, den im Lande brach liegendenKapitalien eine nützliche Verwendung geben. Hatte doch auchder Inhaber von Papiergeld eine 4% ige Verzinsung.
Trotz der gewaltigen Zirkulation von ca. 534 Millionen.Realen vn hielten sich die Scheine über dem Paristande, dennder König hatte ihre unbedingte Einlösung durch die Bank,pünktliche Zahlung der Zinsen und eine jährliche Amortisationvon 15 Millionen Realen vn im Jahre 1787 angeordnet.
Ein völliger Umschwung in der Stellung des Staates denVales gegenüber trat jedoch ein, als im Jahre 1793 der Krieg
1) Josef Monso Ortiz schrieb 1796 in seinem Buch über dasPapiergeld:„ Die Freiheit des Publikums, Vales bei der Nationalbankeinzulösen, war niemals Anlaß, daß alle Inhaber von Vales zwecks Ein-lösung zur Bank eilten, sondern nur diejenigen, welche wegen unum-gänglichen Bedarfs von Metallgeld dazu genötigt waren".