große Not an kleinem Silbergelde und die geringe Kenntnis,welche die Cubaner von dem spanischen provinziellen Silber-geld hatten, veranlaßten nun die Cubaner, die spanischen PesetasSevillanas oder provinciales, welche Spanier importierten, zumgleichen Kurse anzunehmen wie die nationalen Pesetas colum-narias von höherem Gewicht und Feingehalt. Die Stücke, welchein Spanien 4 Realen vn galten, wurden in Cuba mit 5 Realenvn in Zahlung genommen.
Geradezu gefördert und legalisiert wurde dieser höhere Kursdurch das ungesetzmäßige Verhalten der cubanischen Verwal-tungen und Einnehmerämter, welche bei epizentrischen ZahlungenPesetas Sevillanas zum Werte von 5 Realen vn annahmen.
Die Geldspekulanten benutzten dies, um Pesetas Sevillanasin Spanien aufzukaufen, sodaß diese in der damaligen Zeit, wie-wohl sie unterwertige, notale Münzen waren, in Spanien eininneres Agio von 6% erhielten.
Ein Verbot der spanischen Regierung vom 10 . Mai 1827,Pesetas Sevillanas in Cuba einzuführen, blieb unwirksam, so-lange die cubanischen Staatskassen diese Stücke zum höhernals zum proklamierten Werte akzeptierten.
Durch Verordnung vom 21. Februar 18401) verbot manin Cuba die Annahme der Pesetas Isabelinas( seit Regierungs-antritt Isabella II. im Jahre 1833 geprägt ), aus deren Geprägedeutlich hervorging, daß sie dem Einfuhrverbot des Jahres 1827zum Trotz importiert und nicht in gutem Glauben angenommenwaren. Man rief sie ein, und die Staatskassen nahmen sie nurzu 4 Realen vn an. Die so eingezogene Summe betrug 8 MillionenRealen vn.
Als man im Oktober 1841 die älteren Provinzialpesetenin Cuba zum Umtausch einrief und die Inhaber solcher Stückemit 5 Realen vn pro Stück voll entschädigte, stellte sich her-
Silbermetall mit 61/3% höher bezahlt wurde als in Spanien. Und nachBordeaux und andern Häfen Frankreichs wurde namentlich von Cubaaus Silber exportiert. Queipo, Memoria sobre la reforma del sistemamonetario de la isla de Cuba, Madrid 1844. S. 4-9.
1) Queipo, Memoria sobre la reforma etc. S. 10 u. 14.