§ 5. DAS MÜNZGESETZ VOM 15. APRIL 1848.
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Die Duros, Pesetas und 1/ 2- Pesetas, die 1/ 2- Realen, Doppel-Dezimen und 1/ 2- Dezimen sollten Hülfsgeld" sein.
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Man wollte also das Dezimalsystem streng durchbildenund durch Aufstellung aller staatlichen Rechnungen in durchzehn teilbaren Einheiten das Publikum an das neue Systemgewöhnen. Im Privatverkehr bürgerte sich jedoch, wie berichtetwird, das Dezimalsystem im Zahlungswesen nur sehr langsamein, zumal man für Längen- und Gewichtsmaße das metrischeSystem erst vom 1. Januar 1859 an anordnete und erst inden 60er Jahren wirklich durchführte. Noch lange Zeit wirt-schaftete man mit den alten Rechnungseinheiten, im Klein-verkehr namentlich mit den Cuartos und Maravedis, fort.
Hatte der Artikel 1 des Gesetzes in seiner metallistischenFassung nur die münztechnische Definition der Werteinheitgegeben, so finden wir die einzig mögliche historische Definitionin Artikel 10 des Gesetzes, der folgendermaßen lautete:
,, Das zur Zeit bestehende Gold- und Silbergeld, inklusivedas zu 19 Realen, soll weiter gesetzlichen Kurs nach seinembisherigen Nominalwert haben." Dadurch war der rekurrenteAnschluß der neuen Werteinheit, des Realen( ohne Zusatz) anden alten Realen de Vellon festgestellt; sie verhielten sich wie1: 1, wiewohl sie stofflich durchaus verschieden waren.
Gleichzeitig zeigt uns Artikel 10, daß man den einseitigenSynchartismus in Bezug auf französische, englische und portu-giesische¹) Münzen nach den in früheren Tarifen angegebenenSätzen vollständig aufrecht erhielt. War der französische Silber-Napoleon à 19 Realen ausdrücklich hervorgehoben, so lag derGrund darin, daß er das bei weitem verbreitetste fremde Geld-stück in Spanien bildete.
1) Da spanische Silbermünzen, wie später dargelegt wird, jetzt imGehalt herabgesetzt wurden, die Tarife für portugiesische und englischeSilbermünzen aber bestehen blieben, waren portugiesische und englischeSilbermünzen viel zu niedrig bewertet und dürften in der Folgezeit sehrschnell das Land verlassen haben. Sie wurden daher auch in späteren spanischen Münzgesetzen nie mehr erwähnt. Ganz anders lag die Sachebei französischen Silbermünzen, die bisher zu hoch tarifiert waren undin viel stärkerem Maße in Spanien zirkulierten.
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