Druckschrift 
Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
Entstehung
Seite
134
Einzelbild herunterladen
 

134

II. DIE WÄHRUNGSÄNDERUNGEN DER JAHRE 1848-1868.

Scheidemünzen her und ersteigerte das dazu erforderliche Silber-metall meist im eigenen Lande, wobei sie den SilberproduzentenPreise bis zu 89 Escudos pro Kilogramm fein gewährte. Daman aber aus dem Kilogramm feinen Silbers nur 85,60 Escudosan baren Silbermünzen ausprägte, wurden naturgemäß vonPrivaten kaum Silberbarren zur Münze gebracht.

Die Münzprägungen stellten sich in der Zeit vom 1. Juli1864 bis zum 1. Juli 1868 auf

ca. 68,4 Millionen Escudos in Goldgeld,

وو

30

13

وو

وو

وو

دو

"

"

Silbergeld,Kupfergeld.

Während nun aber im kleinen und mittleren Verkehrnotale Geldarten vorherrschten, fanden Zahlungen im Großverkehrganz überwiegend in barem Goldgelde statt. Goldgeld wandertevon Hand zu Hand ¹) und wurde von sogenannten, chalequeros"( Leuten mit besonders für den Geldtransport gearbeiteten Westenmit großen Taschen) im Lande hin und her geschleppt. Giro-und Scheckverkehr war in Spanien in den 60er Jahren nochfast unbekannt.

Um so mehr machte sich der Mangel eines papyroplatischenZahlungsmittels, das im ganzen Lande gesetzlichen Kurs gehabthätte, geltend, denn der Goldtransport war mit bedeutenden Un-kosten verknüpft. Die Banknoten erfüllten nämlich den Dienstvon Zahlungsmitteln wegen ihrer lokalen Beschränkung nur insehr unvollkommener Weise; sie kamen auch im lokalen Ver-kehr zunächst nur für den Großhandel in Betracht, da die kleinsteBanknote durch Bankgesetz vom 4. Mai 1849 auf den Betragvon 500 Realen gesetzlich festgelegt war.

Das gleiche Gesetz hatte zwar schon eine Vereinigung derspanischen Ferdinandsbank mit den andern beiden Notenbanken.von Cadiz und Barcelona und eine Filialengründung seitens derFerdinandsbank verfügt, es war aber weder zur Zentralisationnoch zur Errichtung von Filialen gekommen, so daß die drei

1) Cf. Barthe y Barthe, Estudio critico de la crisis monetaria, Madrid

1905, S. 26.