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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
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§ 12. DAS SINKEN DES PESETAKURSES.

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Denn seit diesem Jahre fielen endlich die hinderlichen Domizil-beschränkungen fort, ferner wurde eine große Anzahl neuerFilialen gegründet, und man schuf kleine Banknoten im Betragevon 25 Pesetas.

Diese kleinen Banknoten, welche man zur Zeit der Gold-valuta nach doktrinellen Grundsätzen nicht emittieren zu dürfenglaubte, mußte man als Ersatz des außer Landes ziehendenGoldes notwendiger Weise schaffen. Sie milderten den Goldgeld-mangel im innerstaatlichen Verkehr und sind seither im Verkehrhöchst begehrt. Leider hatte man sie in Spanien erst dann insLeben gerufen, als die Goldvaluta bereits aufgegeben war. Recht-zeitig von der Bank emittiert, hätten sie wohl für die Auf-rechterhaltung der Währung, für eine Konzentration des Gold-geldes in der Bank für den Auslandsverkehr und für eine stärkereVerbreitung notalen Geldes im Inlande außerordentlich genützt.

Ebenso wie die Noten zu 25 Pesetas in der Zeit von1882-1891 gesteigert wurden, erhöhte man die Emission vonNoten zu 50 Pesetas. Jedoch ist die Bank von Spanien dem Verlangen des Publikums nach kleinen Banknoten noch nieganz gerecht geworden.

Im Gegensatz zu ihrer früheren Miẞachtung im Zahlungs-verkehr nahmen die Banknoten seit dem Jahre 1882 den breitestenRaum in der Zirkulation ein und wurden das wichtigste Zahlungs-mittel, so daß man vielfach die spanische Währung als Papier-währung bezeichnet hat. Rechtlich haben sie aber abweichendvon dem Papiergeld anderer Länder, in denen ein Agio aufGoldgeld besteht, niemals Zwangskurs erhalten. Sie blieben stetsin Silbergeld einlösbar. Tatsächlich jedoch dürfte kaum einUnterschied zwischen den spanischen Banknoten und dem un-einlösbaren Papiergelde bestehen; denn sie unterliegen demZwangskurse der Tatsachen, den offen zu deklarieren niemalsnötig war, da sie- abgesehen von der schweren Krisenzeit

( Forts. d. Anm. 2) S. 206.) Wie segensreich die Banknoten im innerenVerkehr als Ersatz für Metallgeld wirkten, bewiesen die Wechselkurse aufInlandsplätze. Vor der Unifizierung der Banknote kosteten Wechsel zwischenMadrid und Barcelona ca. 2% Aufgeld, nachher nur ca. 0,20%.