§ 12. DAS SINKEN DES PESETAKURSES.
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und erst dann, als Goldgeld wegen seiner besseren platischenVerwendbarkeit das Land verließ, dieses zu ersetzen.
Die Verhältnisse lagen aber damals in Spanien so, daß beiungenügender Produktion und starker Verschuldung des Landessämtliches Goldgeld verschwinden mußte, auch wenn der Staatkeine Silberstücke geprägt und keine Banknotenausgabe veran-laẞt hätte.
Das Defizit des Staatsbudgets betrug in den Jahren 1880/81bis 1888/89 durchschnittlich 90 Millionen Pesetas, und allediese Summen wurden jetzt im Inlande, namentlich durch Bank-notenemission und Hinterlegung von Staatsschatzscheinen beider Bank gedeckt. Ohne diese Ausgabe von Banknoten wärees wohl infolge Kontraktion der Zahlungsmittel zu Produktions-einschränkungen und Konkursen gekommen, und das Agio hätteinfolge eingeschränkten Exportes einen viel höheren Stand er-reicht, als es tatsächlich aufwies.
Für die Zahlungsmittel im Inlande kam es auf den wert-vollen oder billigen Stoff garnicht an; es genügte für sie, daßsie, ob Metallgeld, ob Banknoten, an staatlichen Kassen jederZeit unbedingt angenommen wurden.
Auf das Agio des Franken hatte aber die Erhöhung derNotenausgabe durchaus keinen Einfluß, wie man fast allgemeinnach der Schablone der Quantitätstheorie zu behaupten suchte.Die Höhe des Notenumlaufs und das gleichzeitige Frankenagioan den einzelnen Jahresenden bewiesen dies aufs deutlichste:Die Notenzirkulation betrug: Das Agio des Franken betrug:
Millionen Pesetas
0/0
1882
199,4
1,337
1883
270,4
1,337
1884
383,3
0,981
1885
469,0
3,233
1886
526,6
0,381
1887
612,1
0,801
1888
719,7
1,916
1889
735,5
4,092
1890
734,1
2,108