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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
Entstehung
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212 IV. DIE INTERVALUTARISCHEN BEZIEHUNGEN DER PESETA SEIT 1883.

legung von Staatspapieren eine übermäßige Zirkulation zuschaffen.

Daß aber der Verkehr Spaniens durchaus mehr Zahlungs-mittel bedurfte und daß nur die zu niedrige Grenze der Noten-emission erhöht worden war, ohne daß das Maximum erreichtzu werden brauchte, erkannte man nicht.

In Frankreich sah man damals die Währungsfrage Spaniensdurchaus nur als Problem der Geldmengen an und schloß auseinem verstärkten Geldstock in Spanien auf ein Steigen desFrankenagios und ein Fallen der Peseta. Da man nun voneinem Sinken der Peseta einen Preissturz der spanischen äußernRente erwartete, verkaufte man wie einst im Jahre 1882 inFrankreich andauernd spanische Exteriors. In gleicher Weisewie im Jahre 1882 kamen anfangs der neunziger Jahre Gründefür den Verkauf spanischer Papiere auf den Börsen Englandsund Frankreichs hinzu , die nicht in der finanziellen und wirt-schaftlichen Lage Spaniens selbst lagen.

Durch den Staatsbankerott Argentiniens im Jahre 1890 unddie dadurch herbeigeführte Liquidation des großen BankhausesBaring Brothers machte sich in London und Paris ein allgemeinesMißtrauen gegen die Staatspapiere von Schuldnerstaaten bemerk-bar. Da auch Portugal und Brasilien im Jahre 1891 in schwereFinanzkrisen verwickelt waren, verkauften die englischen undfranzösischen Kapitalisten in großen Mengen die Papiere dersüdamerikanischen Staaten, Österreichs, Italiens und namentlichPortugals wie Spaniens. Frankreich, das besonders in spanischenPapieren Anlagen gemacht hatte, stieß andauernd spanische äußereRente ab.

Andererseits wurde durch den Mangel exodromischer Maß-nahmen den Spaniern bis zum Jahre 1892 der Rückkauf spanischerRenten sehr erleichtert. Die Bank von Spanien erhöhte ihrenZinsfuß in den Jahren 1886-1891 nicht und ließ ihn ständig aufdem tiefen Satz von 4% ruhen, während man in London imJahre 1890 den Diskont bis auf 6% gesteigert hatte.

So wanderte einerseits spanisches Geld nach Frankreich,da man stets aus der Differenz zwischen Lombardzinsfuß der