214 IV. DIE INTERVALUTARISCHEN BEZIEHUNGEN DER PESETA SEIT 1883.
Eine bisher reiche Goldquelle war Spanien auch durchdie Kündigung des« Giro mutuo internacional» benannten Ver-trages mit Portugal, welche durch Portugal im Jahre 1891 er-folgen mußte, verschlossen worden.
Im Juli 1886 hatten nämlich die Generaldirektion desspanischen Schatzamtes und die Generalpostdirektion Portugals einen internationalen Vertrag geschlossen, um Geldsendungenzwischen Spanien und Portugal zu erleichtern.
-
Diese an Stelle unserer Postanweisungen, die man in Spanienund Portugal nicht eingeführt hat, vereinbarten Überweisungenwurden so vollzogen, daß auf Grund eines festen Kurses von180 Reïs 1 Peseta bei der damit beauftragten Behörde, demGiro mutuo, Beträge bis 500 Pesetas resp. 90 Milreïs eingezahltwerden konnten und dem andern Lande überwiesen wurden.Der Einzahler erhielt eine Anweisung auf staatliches Geld desauszahlenden Staates, welche er dem Empfangsberechtigten zwecksErhebung beim Giro mutuo einsandte.
Der zu Gunsten oder zu Lasten des einen oder des andernLandes bleibende Saldo wurde zu dem Kurse 180 Reïs= 1 Peseta ,der die Münzparität des Goldgeldes beider Länder angab,liquidiert.
Diesen Vertrag hatte man abgeschlossen, als der Unterschiedzwischen dem valutarischen Silbergelde und dem akzessorischenGoldgelde in Spanien noch nicht stark in Erscheinung getretenwar und das innere Goldagio in Spanien erst eine mäßige Höheerreicht hatte. Da man aber in Spanien , als das Goldagio sichhielt, stets Einzahlungen in Silbergeld leistete, im Goldwährungs-lande Portugal jedoch Auszahlungen in Gold gemacht wurden,entzog die einsetzende Spekulation Spaniens dem Nachbarlandegroße Summen Goldgeldes. ¹) Ebenso wurde, da sich bei den
1) Joaquin Sanchez de Toca, El oro, la plata y los cambios, Madrid 1894, S. 191. Sanchez de Toca berichtet, daß man in kurzer Zeit alles Gold-geld aus dem lusitanischen Königreiche( Portugal ) hierdurch gezogen habe.Siehe auch darüber Diskussionen über den anormalen Stand der Wechsel-kurse, enthalten in den„ Memorias de la real academia etc." Teil VII,Seite 534 und Seite 568.