§ 12. DAS SINKEN DES PESETAKURSES.
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Schlußabrechnungen zwischen beiden Staaten stets SchuldenPortugals an Spanien ergaben, dem spanischen Staate von Por-tugal nicht geringe Goldbeträge gezahlt.
Auf diese Weise sollen 150 Millionen Pesetas Goldgeldaus Portugal nach Spanien gekommen sein.
Diese internationalen Giro- Überweisungen von Spanien nach Portugal und umgekehrt führten eben deshalb zu großenUnzuträglichkeiten und Verlusten für Portugal , weil man sichnicht auf gleiches valutarisches Geld mit Spanien geeinigt hatte,der spanische Staat trotz seines guten Willens jedoch Goldgeldnicht wie Portugal valutarisch behandeln konnte. 1)
Seit dem Jahre 1892 machten sich nun die gewaltigsten.Schwankungen des Agios bemerkbar. Man beklagte sie in Spaniensehr, tat aber nichts, um den Wechselkurs auf einem gewissenStande zu befestigen.
Die Bank von Spanien erhöhte zwar im Jahre 1892 ihrenLombardzinsfuß auf 51/2 0/0 und hielt ihn mehrere Jahre in dieserHöhe. Aber Diskont- und Lombardpolitik konnten der Kursregu-lierung nicht mehr dienen, nachdem einmal starke Variationenim Frankenkurse eingetreten und Goldmünzen abgeflossen waren.Auf die praktischen Vorschläge, Devisenpolitik zu treiben, Franken-wechsel zu Zeiten der großen Exporte von Wein und Früchtenbillig anzukaufen, um sie in Zeiten des Bedarfs ohne Gewinnabzugeben, ging die Bank aber nicht ein.
Bisher hatten sowohl der spanische Staat wie die Bankvon Spanien noch immer auf eine internationale Regelung derSilberankaufspreise durch die einzelnen Staaten und auf eineHebung der Silberpreise gehofft. Der spanische Staat hatte dieSilberprägungen weiter betrieben und im Dezennium 1882/91400 Millionen Pesetas an Silbergeld hergestellt und hatte so,da er sich bei seinen Ankäufen nicht nur auf die Produkte der