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IV. DIE INTERVALUTARISCHEN BEZIEHUNGEN DER PESETA SEIT 1883.
spanischen Silberlieferanten beschränkte, die spanischen Wechselim Kurse gegen die Goldländer herabgedrückt.
Wiewohl die beiden von den Vereinigten Staaten zwecksHebung der Silberpreise berufenen internationalen Pariser Münz-konferenzen der Jahre 1878 und 1881 steril gewesen waren,hoffte der spanische Staat von der neuen Brüsseler Münzkonferenzdes Jahres 1892 eine endgültige Lösung des Währungsproblems.Der dort mit der Vertretung der spanischen Regierungsmaximenbetraute Delegierte Osma trat für einen gemeinsamen Ankaufder europäischen verbündeten Staaten von jährlich 30 MillionenOnzen Silbers ein unter der Bedingung, daß die VereinigtenStaaten ihre gegenwärtigen Käufe fortsetzten und Indien undMexiko die freie Silberprägung nicht sperrten. ¹) Jedoch dieBrüsseler Münzkonferenz verlief ebenso wie die früheren Kon-ferenzen resultatlos.
Auch der auf den Konferenzverhandlungen vielfach dis-kutierte Anschluß Spaniens an die lateinische Union wurde nicht.zur Tatsache. Denn Spanien konnte und wollte zwei Bedingungennicht erfüllen: die Sperrung oder Kontingentierung des Silber-geldes und die Zahlung der Silberstücke anderer Länder in Gold.Da die spanische Regierung von einer Reduzierung derSilberzirkulation den perhorreszierten Zwangskurs der Note be-fürchtete und nunmehr von internationalen Abkommen keineLösung der Währungsfrage mehr erwartete, behielt sie ihreAktionsfreiheit und blieb außerhalb der lateinischen Union.
Die Anschauungen der damaligen spanischen Regierungdeckten sich vollkommen mit der allgemein herrschenden Meinung.Sie dachte sich den ungünstigen Kursstand der Peseta durchausim Zusammenhang mit dem Rückgang der Silberpreise und meinteandererseits, bei einem Zwangskurs der Note müßte der Peseten-kurs unbedingt weiter sinken.
Wiewohl es die Tatsachen klar zeigten, daß sich durchdie pantopolischen Verhältnisse für die Peseta gegenüber Gold-valuten ein neuer Wert herausgebildet hatte, der garnichts mit