§ 12. DAS SINKEN DES PESETAKURSES.
217
ihrer metallischen Basis zu tun hatte, wiewohl es klar war,daß die Silberpeseta im internationalen Verkehr stets mehr wertwar als das in ihr enthaltene Metallquantum, glaubte man vomFallen der Silberpreise den gesunkenen Wert der notalen Silber-peseta ableiten zu können.
Ebenso wären beim ausgesprochenen Zwangskurs der un-einlösbaren Note für den Kursstand der Peseta nur die wirt-schaftlichen und finanziellen Verhältnisse maßgebend gewesen.Denn die Silberpeseta wurde niemals im Auslande platisch,sondern ebenso wie die Banknote lytrisch beurteilt.
Der Grund des Frankenagios war nicht, wie man allgemeinannahm, der Stoff der valutarischen Zahlungsmittel Spaniens, sondern die seit dem Jahre 1883 eingetretene Verschlechterungder handelspolitischen Stellung, die durch exodromische Ein-griffe nicht gehoben wurde.
Dem spanischen Staate kam dies aber damals noch nichtzum Bewußtsein; der intervalutarische Kurs blieb sich voll-ständig selbst überlassen und war, da die Valuta des Schutzeseiner führenden Hand entbehrte, von unberechenbaren Situationen.und Spekulationen abhängig und schwankte gewaltig.
Eine weitere Erhöhung des Agios trat im Jahre 1892.ein durch den Bruch der kommerziellen Beziehungen zwischen Frankreich und Spanien. Frankreich, welches bisher wegen derVerwüstung seiner Weinberge durch die Phyloxera notwendiger-weise Handelsverträge im Jahre 1882 wie 1887 mit Spanienhatte abschließen müssen, kündigte diese zum Februar 1892,da sich in Frankreich der Weinbau durch die Bekämpfung derSchädlinge wieder gehoben hatte.
Der Weinexport nach Frankreich, welcher in der Zeit von1882-1891 die ungünstige Kapitalienströmung infolge dort ab-gestoßener spanischer Anleihen noch etwas kompensiert und eineVerdoppelung in dieser Periode erfahren hatte, wurde dadurcherheblich eingeschränkt.
Der größte Reichtum vieler spanischer Landstriche undder Wohlstand zahlreicher Familien, welche ihr Vermögen inWeingütern angelegt und den französischen Weinbezug für dauer-