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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
Entstehung
Seite
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§ 13. ERFOLGLOSE VERSUCHE ZUR BESSERUNG DES PESETAKURSES. 239

Teil ihres Erlöses 148 Millionen Schatzobligationen des Staatesbei der Bank einzulösen. Die Bank sollte dafür Noten zurück-ziehen.

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Wie man damals das Währungsproblem nur als Problemder Geldmengen ansah, ging aus folgenden Äußerungen desFinanzministers anläßlich der staatlichen Rückzahlungen bei derBank hervor: Für unsere ökonomische Zukunft," so erklärteer ,,, ist es von großer Wichtigkeit, daß der Staat einen beträcht-lichen Teil seiner Vorschüsse bei der Bank zurückzahlt, wasdahin führen wird, daß sich die fiduziäre Zirkulation vermindertund der anormale Stand unseres Wechselkurses gebessert wird,der auf diese Weise stabiler und weniger ungünstig gemachtwerden kann."

Von einer Kontraktion der Zahlungsmittel war aber wenigfür eine Besserung der Valuta zu erwarten. Sollten die Währungs-verhältnisse sich günstiger gestalten, so mußte sich der spanischeWarenabsatz nach dem Auslande heben, sollte aber eine Stabili-sierung der Wechselkurse eintreten, so mußten exodromischeMaßregeln ergriffen werden und der Staat oder die Bank aktivauf dem Geldmarkt auftreten.

Der Fehler lag nun in Spanien mehrere Jahre lang darin,daß die Regierung und die Nationalbank keine einheitlicheWährungspolitik betrieben. Das Streben des Staates war aufReduzierung der notalen Umlaufsmittel gerichtet, die Bank hatteaber durchaus nicht die Absicht, Noten zurückzuziehen. SchwereVorwürfe hat sich damals die Bank zugezogen, weil sie dieNotenemission nicht beschränkte, sondern sogar ausdehnte.

Nach meiner Ansicht waren aber diese Vorwürfe nichtberechtigt; im Interesse des Landes lag ein Einzug von Notenkaum, denn weder damals noch heute, wo der Notenumlaufnoch erweitert ist, haben sich Stauungen von Banknoten inStaatskassen noch Rückströme in die Kassen der Bank gezeigt.

Wenn die Bankpolitik damals Angriffspunkte bot und denBestrebungen der Regierung nach Besserung der Wechselkurseentgegengesetzt war, so war es jegliches Außerachtlassen exodro-mischer Eingriffe. Und hierzu hatten sich gerade nach Be-