§ 13. ERFOLGLOSE VERSUCHE ZUR BESSERUNG DES PESETAKURSES.
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übergehend; die auf die Spekulation wirkenden psychologischenMomente schlugen in das Gegenteil um, als sich im Parlamenteeine heftige Opposition gegen die neue Währungsregulierung zeigte.
Die in den Kammern stark vertretenen Großgrundbesitzerund Exporteure von Früchten, Konserven und Mineralien feindetenVillaverdes Projekt heftig an, so daß er sich selbst zur Zurück-ziehung desselben und zur Demissionierung genötigt sah. DieExporteure wollten den im hohen Agio liegenden Schutz nichtentbehren und meinten, die Steuerzahler müßten das Gold auf-bringen, welches der Staat zur Senkung der Devisenkurse ver-schwenden wolle. Sie drangen, einseitig ihre Interessen vertretend,mit ihren Protesten gegen die Währungssanierung durch.
Nach der Demissionierung Villaverdes im Dezember desJahres 1903 trat ein völliger Umschwung in den Ansichtender Regierungskreise über Währungsfragen ein. Hatte Villaverdeaus dem Umlaufe der notalen Zahlungsmittel, aus monetärenGründen, den Tiefstand des spanischen Geldes abgeleitet, sowar das neue Kabinet mit Maura als Ministerpräsidenten undOsma als Finanzminister der Ansicht, daß das Agio nur auswirtschaftlichen und finanziellen Ursachen sich ergäbe. DerMinisterpräsident erklärte kategorisch, man solle sich nicht inneue monetäre Abenteuer einlassen und eine schnelle Senkungdes Agios, da viele Interessen dadurch geschädigt würden, durchRegierungsmaßnahmen vermeiden. Das bedeutete eine vollständigecapitis diminutio der Währungspolitik der klassischen Elemente,welche sein Vorgänger Villaverde repräsentiert hatte. Maurasuchte durch Gesetze den allgemeinen Wohlstand zu heben,den Export durch Steuererleichterungen und Einführung niedererTarife für Transporte und durch Anknüpfung neuer Handels-beziehungen mit dem Auslande zu beleben.
Seine Ansichten über die Entstehung des Agios entsprachenwohl eher den tatsächlichen Verhältnissen als die von denMetallisten angeführten Gründe. Er erklärte den ungünstigenWechselkurs historisch aus den pantopolischen Momenten undweder aus dem gefallenen Silberpreise noch aus der zu hohen.Notenzirkulation. Das Frankenagio, so behauptete jetzt die Re-