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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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DAS GESCHLECHT GÄNSFLEISCH. I. DIE LINIE DES ERFINDERS.

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Ehevertrag bereits von 1386 laute (G. G., v. Sorgenloch D 5). Das würde vorausfet}en,daß ihr Vater bereits ca. 1370verheirathet war. Als unmöglich könnte man das aber auchnicht anfehen. Außer diefen beiden Anhaltspunkten nur noch die gemalte Tafel beiSt. Clara zu erwähnen, die den Todestag des Peter Blasofen, Bürgermeißers von Mainz ,auf den 24. December 1403 angibt.f Sie hatte rechts das zum Jungenßhe Wappen, linksdas der Gänsfleißh, aber mit anderen Farben (vergl. darüber die Ausführung bei VI).Wenn, wie wahrfcheinlich, die Witwe die Stifterin war, fo hätte die Anbringung auch ihresWappens nichts Auffälliges (Fichard, G. G., zum Jungen I O 1). Patje überlebte ihren, nachFichards Angabe zuerß 1382 erwähnten, Ehemann noch lange. 1412 hatte ße Streit mitPedir zum Wildegräfen und feiner Ehefrau Katherina, die ihr in der Sühne eine Rentevon 7 1 / 2 fl. verfchrieben, auf Güterftücken zu Ober-Olm etc. (Darmßädter Archiv, Urk.Ober-Olm). Sie kommt noch in der Mainzer Stadtrechnung von 1449 vor (Würzburger Kreisarchiv).

(132) FRIELE G. zur Laden, genant zu Gutenberg, Sohn Frieles (125). Die Urkundevon 1420 über feinen und feiner beiden vollbürtigenGeßhwißer Streit mit Pat}e Blasofenßehe bei 131. Er heißt darin Friele zur Laden. In den Jahren 1426 ff. gab Friele zuGuden-berg dem Klofter Altenmünfter einen Grundzins von der Scheuer und Häufern nebenSt. Brigidenhaus. DiefeGrundßücke, die früher feinem Schwiegervaterjekel Hirt^ gehörthatten, gab er 1430 dem Johann im Grafe auf, der ßefofort an Gedieh in, WitweWalter Mols-bergs, weiter gab (Bodmanns Auszüge, Mainzer Häufer betr., in der Habelßhen Stiftung zuMünchen, III, 79. Schaab, E. B., S. 222 u. 224). Im Jahre 1429 quittirt er der Stadt Straß-burg, als Friele G.v. Ment}e, eine Rente von 26 Gulden (Karl Schorbach, Straßburgs An-theil an der Erfindung der Buchdruckerkunft, in Zeitßhrift für die Gefchichte des Ober-rheins, Neue Folge VII, Seite 583). Sein Siegel führt die Umßhrift: f. friel jjcrtfflrifd?. Esenthält nur den Schild. Es foll fehr dem Siegel feines Brudersjohann ähnelen (MittheilungK. Schorbachsaus Bibliographealsacien IV, S. 203). Ueber die Mainzer Leibgedingsrenten,die er und feine Frau Elsechin, Jekel Hirt} feligen Tochter, hatten, vergleiche man Köhler,

E. G., S.82. Die Nachricht über die Theilungzwißhen ihm und feinen beiden Gefchwiftern,bezüglich des Nachlaßes ihrer Mutter, iftbei 125 gedruckt. Im Anfang der 1430er Jahre warFryle zu Gudenberg im Mainzer Rath (Mainzer Bücher verßh. Inhalts im WürzburgerKreisarchive N. 2, f. 75). Im Jahre 1434 wohnte er zu Eltville (Köhler, E. G., S. 82). Inder Mainzer Stadtrechnung von 1436/37 wird Friele G. zu Gudenberg als Rentenempfängerfürßehund feine Ehefrau erwähnt (KreisarchivWürzburg, a.a.O., f. 33). Die Quittung ßelltefein Schwager Clefe Viztum für ihn aus. Im Jahre 1437 ergibt ßch, daß die Scheuer gegen-über dem lorfcher Hof, die dem Ahnherrn Friele (11) zugeftanden hatte, jeqt ihm,dem Frylezu Gudenberg gehörte (Schaab, E. B. II, S. 232). Im Jahre 1439 machte er und feine EhefrauEifa ihrTeßament, und im Jahre 1444 ftiften Junker Friele G. der Alte zu Gudenberg undJungfrau Eisgen Hirt}, Eheleute, eine Seelmeffe zu den Barfüßern in Mainz (z. Jungen,

F. G. Ch. I, S.965; III, f. 102 u. 390). Daß Friele gegen den 15. Auguß 1447 verßorbenfein muß, erhellt aus den Vormundfchaftsrechnungen über feine Kinder, die bei X, IIIabgedruckt ßnd. Seine Ehefrau Eisgen Hirt}, mit der er bereits vor 1426 verheirathet war, noch 1457 am Leben. Damals wahrte ße ihre Rechte bezüglich zweier Häufer im Kirfch-garten, wo 1429 auch Joh. Leheimer Beßt} hatte. (Copialbuch v. St. Agnes im DarmßädterArchive, N. N. 219,111 u. 112. Schaab, E. B., S. 464). Am 4. April 1456 quittirte der Pfarrer