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hinterliegen noch im Darmßädter Archive. Die Rückenauffchriften und die Nummerirung[cheint meißens vonjoh. Max. zum Jungen, dem Verfaffer der Gefchlechter-Chronik,herzurühren. N. 293 lautet: Der Stadt Mentj (pergamentern) Schuldbuch de äö 1429.Es iß das die leider verfchwundene Quelle für eine Reihe Gutenberg betreffender Stellen,die Glauburg an Köhler mitgetheilt hatte.
Aber nicht alle Stücke find fpecificirt. So heißt es auf Seite 10: Ein Päddein uhralterBriefe, Quittungen etc. die Herren zum Jungen betreffend; S. 11: 11 Stüde Pergamentvon zerfchnittenen alten Briefen; S. 12: 59 Pergamentern Briefe de diversis materiis etannis, alle ohne Infiegel; S. 16: Ein Pack alter Brief, Documenten, Quittungen etc.; S. 19:Ein Pack fub titulo : Documenta et Diplomata Mogunt. N. 5. darinnen befindlich 15 ge-fchriebene Bogen von weyl. Herrn Doctor Conrad Humbracht, 2 Pergamenterne Brief,15 pappierne dergleichen und 1 dito Quittung.
Unter diefen nur allgemein bezeichneten Stücken könnten alfo auch die im Grünbucheingetragenen Familienurkunden der Linie Gutenbergs , aus der Zeit von 1386—1456, 6gewefen fein; bei den zerfchnittenen insbefondere früher auch das an Köhler und dannan die Göttinger Univerfitätsbibliothek gelangte Notariatsinßrument von 1455. Es ißbekanntlich auf der linken Seite, offenbar zu einer beabßchtigten Verwendung, oval be-[chnitten worden (Dziatjko, Beiträge zur Gutenbergfrage. Das Helmaspergerfche Nota-riatsinßrument vom 6. Nov. 1455; A. Wyß im Centralblatt für Bibliothekswefen VII,10 H., S. 407 ff.).
Diefes Document iß, außer dem J. F. Fauft v. Afchaffenburg, auch denzumjungenfehenälteren Genealogien des 17. Jahrhunderts bekannt; wie das Folgende ergibt.
Im 1632 vollendeten I. Theil der F. G. Chr. des Joh. Max. zum Jungen, dem die Ar-beiten desjoh. Friedrich und des Hans Hector Fauft v. Afchaffenburg zu Grunde gelegtfind, 7 heißt es im Artikel Fauft, S. 1025:
Truckerey Erfindung. Johann Faust hatt die Buchtruckerey helffen anfangen undverlegen, welche sein Tochtermann Peter Schöjfer von Gernsheim inventioniret, lauthabenden Vertrags so er mit Johan von Gutenberg seinem Gesellen u. mit Verlegerndiesser herrlichen Kunst etc. getroffen in Ao. 1455.
Diefe Nachricht führt zweifellos auf die genealogifchen Manufcripte der Fauft vonAfchaffenburg zurück. Ebenfo die Angabe auf Seite 571 des I. Theiles der Gefchlechter-Chronik:
Die Fausten gestehen nicht, dass die zum Jungen die Truckerey erfunden. DiessesGeschlecht (gemeint find die z. Jungen) wurdt in Ao. 1450 von ettlichen Historicis vorErfinder der Kunst der Truckerey gehalten, dieweil sie aber hierinnen irren, wurdt derwahrhaffte bericht davon im 2. theil dieses Buchs pag. . . . ettwas weitleufftiger zufinden seyn.
Der 1634 datirte II. Theil enthält auf fol. 510 nur die kurze Nachricht, daß JohannFauß Miterfinder und Verleger der Truckerey gewefen.
Johann Maximilian zum Jungen fagt in feiner 1637 gefertigten Genealogie der zumJungen (im Beßtj des Frhrn. M. v. Bellersheim zu Darmftadt), unter der UeberfchriftVerzeichnus unterschiedlicher diesses adelichen Geschlechts, so in die ordentlicheGenealogiam nicht haben können gesetzt werden: Henne zum Jungen zu Gudenberg,Miterfinder der Truckerey, hatt gelebt 1455. Videatur Instrumentum so hierüber