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K. SCHORBACH
lichen || zu ewigen dagen zuhalden vnd darwidder nummer zudun, || noch (chaffengedane werden in einche wife, funder alle || geuerde. Darzu fo han wir burgermeißerevnd rat || der ßadt Mencze vnfer ftat groß vnd alt ingefigel, || vnd wir die gemeindegemeinlich dafelbft vnfer der || gemeinde ingefigel, 46 vnd wir Clas Dulin der aide, ||Wilkin Salman zum Alden Schultheifchen, Idel BerwolfF || vnd Heincz Rebßock audivnfer ingefigel vor vns vnd || der obgenanten vnfere frunde wegen, die in difer rach-J|tunge fint, an difen briefF mit rechtem wiffen gehangen. || Des wir erczbifchoff Cunratvnd capittel zum || dume zu Mencze obgenant, vnd wir die burgermeiftere || vnd rededer dryer ßede Worms, Spijer vnd || Franckenfort, auch obgenant, vns erkennen, daswir von || flijffiger bede wegen der obgeßhreben beider parthien || vnfere ingefigele bydes rats vnd der gemeinde || der ftat Mencze vnd auch by der obgenanten Clas Dulins ||des alten, Wilkin Salmans zu dem alten Schultheißen, || Idel Berwolff vnd Heincz Reb-ßock ingefigele an difen || brieff gehangen haben, fie, ire erben vnd nachkomen aller ||obgefdireben fachen vnd artickele zubefagen, ftede vnd feße || gehalten werden.
Geben off den dinftag nehß kommen || iß der funtag, da man fang in der kirchen letareJherufalem, || da man (chreip nach Crifti gebürt Mccccxxx jare. || 47 [= 28. März 1430].
Die Originalausfertigung diefer Urkunde auf Pergament mit den 10 anhängenden Siegeln blieb nichterhalten. Ueberliefert ift eine alte Copie im Codex Nr. II, 18 der Stadtbibliothek zu Frankfurt a. M., derdie „Mainzer Chronik“ enthält. Es iß eine Papierhandfchrift des 15. Jahrh. in kl. fol. in Holzlederband(29><20 cm) von urfpr. 346 gez. Blättern. Verfchiedene Hände waren bei der Niederfchrift des Manufkr.befchäftigt. Eine genaue Befchreibung der Hs. findet [ich bei Hegel, Chroniken XVII, S. XIX ff, wo auch überdiefrüheren Beßrer Auskunft gegeben iß. Einer derfelben fchrieb auf die Innenfeite des hinteren Deckelsals Titel: „Diß buch iß von alten dingen der erlichen ßadt Mentje“ und darunter die Jahrzahl 1581. DieRachtung bildet in der Frankfurter Hs. ein Heft von 6 Bll. für ßch, ße ßeht auf Bl. 53*—57b; Bl. 58 iß leer.Das Bl. 53 bildet das Titelblatt und enthält auf der Vorderfeite nur die Ueberfchrift. Ueber fpätere Copienfindet man Näheres bei Hegel a. a. O. und bei Heffels, Gutenberg S. 13 ff.
Den erßen Abdruck der Rachtung gab 1727 auszugsweife Joannis, Script, rer. Mog. III S. 460, welcher2Manufkripte heranzog. Beffer und vollßändig edirt iß die Urkunde bei Köhler, Ehrenrettung GuttenbergsS. 67 ff, deffen Text auf dem Frankfurter Ms. beruht. Einen Auszug bietet Wetter, Erfind. d.Buchdr. S. 45Anm.; vgl. auch Schaab IIS. 222 Nr. 73. Von der Linde (Gutenberg Urk. I) druckte Köhlers Text wieder ab,einen modernen Auszug gab er Gefch. d. Erfind, d. Buchdr. III S. 745—47. Die beße Ausgabe beßtjen wirjeßt bei Hegel, Chroniken XVII S. 73—78, doch wurde die Orthographie geändert und es begegnen Ver-fetten und Auslaffungen.
Die Orthographie unferes Dokumentes zeigt die Merkmale der 2. Hälfte des 15. Jahrh. Der MainzerSchreiber, der die Urkunde copirte, hat die Manier, faß alle u mit 2 Punkten zu verfehen. In der Trans-fkription iß dies nicht wiedergegeben, abgefehen von den Fällen, wo das Zeichen Berechtigung hatte. —Zu der Tafel iß zu bemerken, daß nur die Seite 56b ; n Nachbildung gegeben wurde, auf welcher ßch inZeile 10 der Name Gutenbergs findet. Die Randbemerkung auf diefer Seite, die Gutenberg betrifft, rührtnicht von Joannis her, wie man früher annahm, fondern von Joh. Ernß von Glauburg, der auch viele Worteim Texte roth unterßrichen hat.
Gegen die Aechtheit diefer alten Urkunden-Copie iß nicht das Geringfte geltend zumachen. Audi Heffels vermochte nichts vorzubringen, obwohl er die Mainzer Chronik,in der fie enthalten ift, zeitlich herabzudrücken fuchte. Er hat übrigens das Manufkriptgar nicht unterfucht und urtheilte nur nach der vom Beßßer in den Codex eingeßhriebenenJahrzahl 1581. Nach Kenntnißnahme der Hegelfchen Publikation mußte er (S. 183)feinen Irrtum widerrufen.