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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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K. SCHORBACH

(inconfequenter Weife) nicht angefochten, obwohl der Entdecker desfelbenWencker undder erge Herausgeber Schöpflin war, welche er fo gerne verdächtigt.

Die obenftehenden beiden kurzen Vermerke im Helbelingzollbudi vom Jahre 1442 u.folg, find in mehrfacher Hinficht für uns von Werth. Einmal fehen wir aus der korrekterenAbfeh riftWenckers, dag Gutenberg um diefe Zeit unter der Rubrik Nach-Congofle r 208geführt wurde, alfo nicht mehr wie in den Jahren 1436/39 in der Lige dererdie mit niemanddienent (vgl. oben Nr. IX). Sodann erfahren wir, dag er vom S.Mathis dag 209 1443 andie Steuer für 2 Köpfe entrichtete. Diefer Umgand mag zuerft auf Schöpflins Hypothefevon Gutenbergs Verheirathung in Stragburg (vgl. oben Nr. X) eingewirkt haben, fpäterjedoch (Vindiciae Anhang S. 41) überfetjte Schöpflinfelbe 2 perfonen ganz richtig mitpro fe et contubernali. Obfchon wir über die Berechnung der Taxe nicht hinreichendunterrichtet find, fo ig doch kaum daran zu denken, dag eine Ehefrau befondere Abgabezu leiften hatte. In unferem Falle ift vermuthlich unter der zweiten Perfon ein Dienerzu vergehen, der in der Behaufung des Herrn lebte. In dem alten Wein-Ungeldbuchvom Jahre 1421 hieg es nämlich, das jeder in der Stadt und Burgbann,wer wine ingnen keller fert oder darinne ligende hat vnd den mit finem g e fi n d e oder felbs trinkenwill, von jedem omen zu ungelte geben fol 5 V 2 d. 210 Von der Linde denkt daran, dagdie zweite zahlende Perfon Andr. Heilmann, Gutenbergs Gephäftsgenoffe, gewefen feinkönne, da die Theilhaber gemeinfamen Haushalt vorhatten. Aber dieburfe follte jabereits Anfang 1439 beginnen (vgl. Nr. XI Zeuge 10). Möglicherweife wohnte Guten-berg im Jahre 1443 [chon in der Stadt felbg, worauf die Rechnungsbücher des Thomas-Stifts (chliegen laffen (vgl. Nr. XVII), und fein Diener Lor. Beildeck mit feiner Fraubeforgten vielleicht das Hauswefen.

Am wichtiggen ift jedoch die Angabe im letzten Vermerk des Helbeling-Zollbuches,wonach Gutenberg noch am 12. März 1444 das Weinungeld in Stragburg entrichtete.Hierin haben wir den fpäteften urkundlichen Beleg für feine Anwefenheit in diefer Stadt.

Nr. XV Ausrüstung der Stadt Strassburg gegen die Armagnaken. Joh. GutenbergsName steht im Verzeichniss der Personen, welche Pferde für den städtischen Dienst zustellen hatten, und zwar auf der Liste der Constofler (ca. 1443). [Tafel 11].

Die Ueberfchrift im Manufkript lautet Bl. 283 a (vgl. unfer Facgmile Spalte 1 oben):Dig gnt die perfonen die || hengefte vnd pfert ziehent || von gebotj wegen. ||

Die Stelle mit Gutenbergs Namen geht Bl. 285 a unter der RubrikCunftou eier.Der Eintrag lautet Zeile 11 ff:

Item Werlin Sturm j pfert || Item Symunt Buflener j pfert ||

Item Hanns Schultheig der||junge V 2 pfert || Item die von Künheim j hengeft ||

Item Hanns von Bergette V 2 pfert || Item Claus von Zwickouwe y 2 pfert ||

Item Hanns Guttenberg 1 / 2 pfert || Item Friderich Sturm j pfert. ||

Original im Straßburger Stadtarchiv AA 194. Ueber den Inhalt des Fafcikels vgl. J. Brücker, Inventairesommaire des archives communales de la ville de Strasbourg! (1878) S.73. EsifteinConvolut von einzelnenHeften und Blättern (zuf. 297 Bll. Pap.), von verfchiedenen Händen des 15. Jahrhunderts, ohne Datum. Daaber unfer Fafcikel einen Theil der Armagnaken-Akten ausmacht, fo gehört es in den Zeitraum 143944.Die Pferdelifte ifl ein befonderes Heft (30X11 cm). Ich entdeckte den Eintrag im Jahre 1891 und theiltedenfelben in der Zeitfchrift f. Gefch. d. Oberrheins N. F. VII S. 593 mit. In unferer Nachbildung gebe ichzuerft die Ueberfchrift (Bl. 283 a ) und dann die Seite mit Gutenbergs Namen (Bl. 285 a ).