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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
Entstehung
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DIE URKUNDLICHEN NACHRICHTEN ÜBER JOHANN GUTENBERG .

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vntj füngihten anno xlv°. || Unter der RubrikThome, d.h. Kirdienbezirkvon S. Thomas,findet (ich Z. 10 als letjter Poften vor der Addition:

Item Johannes Gütenberg dat iiij libras. ||

(Vgl. die Facsimile- Tafel 12 unten).

Im Jahrgang 1445/46, deffen Auffchrift lautet:Diß ift ein rechnunge der porten vonfüngihten anno xlv° vntj füngihten anno xlvj 0 1| Scholer || fteht wieder unterThomeauf Bl. 10 b Gutenbergs Name:

Z. 2 ff: Item her Otte Dunczenheim dat x ß ||

Item her Adam Riffe dat x ß ||

Item Johan Gütenberg dat iiij lib. || (etc.).

Den gleichen Vermerk über die Zahlung Gutenbergs hat die Abrechnung für 1449/50(Diß ift ein rechnunge von mir Heinrich Günther dem porten (chaffener von füngihten ||anno xlix 0 vntj füngihten anno 1° vfgefloffen) auf Bl. ll b Z. 3, und ebenfo lautet der Ein-trag in der Jahresrechnung 1452/53 von der Hand desfelben Schaffners (Dis die fumeder zinfe fo die porte het in der ftat von füngihten anno etc. lij° || vntj füngihten annoIiij 0 ) auf Bl. 9» Z. 9.

Eine Variation bietet das Rechnungsbuch für 1456/57 (Rechenung Cün Hans porten{chaffener von Johannis || anno 1. fexto vntj vff Johannis anno 1 feptimo). Dort (lehtBl. 8 a neben Gutenbergs Namen auch fein Mitfchuldner, und zwar wiederum unter derRubrikSant Thoman :

(Z. 6 v. u): Item her Ott Dundenheim dat x ß ||

Item J o h a n tten b e r g 1 , .......

vnd Martin Brehter j J

Item Hans Sefenheim dat xxx ß. ||

(Vgl. die Facsimile-Tafel 13 oben).

Endlich heißt der Poften in der Jahresrechnung 1457/58 (Rechenung Cün Hänfen desporten || fchaffeners von Johannis anno 1. feptimo || vntj vff Johannis anno 1. octauo) aufBl. 8 Z. 13 ff. ebenfalls unterSant Thoman :

Item her Ott Dundenheim dat x ß ||

Item Johan Güttenberg dat iiij lib. ||

Item Hans Sefenheim dat xxx ß || (etc.).

(Vgl. Tafel 13 unten).

Die Originale diefer Akten befinden fich im S. Thomas-Archiv zu Straßburg (vorderes Gewölbe, ohneSignatur). Es ßnd 6 Papierhefte des 15. Jahrh. in 4 0 (30x21 cm) von verfchiedener Stärke (ca. 2436 Bll).Sie rühren von 3 verfchiedenen Stifts-Schaffnern, Heinr. Günther, Scholer und Cün Hans, her und ßnd vondiefen mit dem Datum verfehen. Von den Rechnungsbüchern von S. Thomas eine lange Reihe erhalten,jedoch find viele Lücken zu conßatiren. Aus dem Zeitraum, wo Gutenberg feine Zinfen zahlte, fehlen die Jahr-gänge 1443/44,1446/47,1447/48,1448/49,1450/51, 1451/52, 1453/54, 1454/55 und 1455/56. Die Einträge wurdenvon Prof. Charles Schmidt 1841 entdeckt und in feiner Brofchüre: Nouveaux details sur la vie de GutenbergS. 4 Anm. 2 kurz erwähnt, doch ohne Genauigkeit. Bei v. d. Linde und Heffels find obige Zahlungsvermerkenicht näher berückfichtigt.Vgl. dazu nochZeitfchr. f. Gefch.d. Oberrheins N.F. VII S.590. Fürunfere Facßmile-Tafeln konnten natürlich nicht alle Poßen nachgebildet werden; die getroffene Auswahl wird völlig genügen.

Ueber die Aechtheit obiger urkundlicher Einträge kann kein Zweifel begehen. Heffelshat diefelben übergangen und nicht verglichen, als er in Straßburg war, obwohl fich diesgelohnt hätte.