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fehr wohl daraus erklären, dag er mit diefem nach Mainz fortgezogen wäre, um ihm dortbei der Einrichtung einer neuen Werkgatt für feine Kunß zu dienen. Leider hat flehtrotj eifriger Nachforfchungen bisher der Name Safpach noch nicht in Mainzer Aktenauffinden lagen.
Die Urfachevon GutenbergsWegzug aus Stragburg lägt geh nur muthmagen.Man hat fie, was nahe liegt, in der Armagnaken-Noth gefucht. Im Jahre 1444 lagertenHeerhaufen der „armen Gecken“ vor den Mauern Stragburgs und plünderten das KlofterSt. Arbogaß und die umliegenden Häufer aus. 215 Hierauf hat man die Vermuthung ge-gründet, dag auch Gutenbergs Behaufung damals ausgeraubt und er an feiner Habe ge-(chädigt worden fei. Aber dies ift eine unfichere Annahme. Einmal gefchah die Plünderungerft im September 1444, vor allem aber wird es aus den Stiftsrechnungen von St.Thomas(vgl. Nr. XVII) wahrfcheinlich, dag Gutenberg fchon geraume Zeit vorher in die Stadtgezogen und alfo in Sicherheit war.
Abgefehen von den kriegerifdien Zeiten, unter denen fein Unternehmen ficherlichleiden mugte, werden noch andere Gründe ihn zu feinem Entfchug, ein anderes Arbeits-feld aufzufuchen, hingedrängt haben. Der eingegangene Gefellfchaftsvertrag war abge-laufen, der von der neuen Kunft erhoffte Erfolg jedoch ohne Zweifel ausgeblieben. Obfeine Verbindung mit Heilmann noch einige Zeit weiter beftand, ift nicht zu erweifen. Zuweiteren Arbeiten und Verfuchen bedurfte er jedenfalls größerer Kapitalien, die Straß-burger Hilfsquellen werden aber bei der Kriegsgefahr allmählich verfiegt fein. So fah fichdenn Gutenberg , um fein Ziel erreichen zu können, dazu genöthigt, fein Glück anderswozu verfuchen.
Wohin Gutenberg fich von Stragburg aus wendete, ob zunächft Wander-jahre folgten oder ob er direkt in feine Heimath überfiedelte, wiffen wir nicht. Dag Mainz in erfter Reihe in Frage kam, ift ganz natürlich. Die Heimkehr (fand ihm frei feit derRachtung von 1430 (vgl. Nr. IV), und fein Mainzer Bürgerrecht war nicht verloren. Zudemmugte gerade Mainz ihm als geeigneter Ort für fernere Wirkfamkeit erfcheinen. Dortkonnte er fowohl die Förderung feiner Pläne durch reiche Verwandte als auch technißheHilfe bei dem blühenden Mainzer Goldfchmiedegewerbe erhoffen.
Am 17. October 1448 ift Gutenberg zuerg wieder urkundlich nachweisbar, und zwarfinden wir ihn anfäfßg in feiner Vaterftadt Mainz .
Nr. XVIII* Johann Gutenberg empfängt die Summe von 150 Gulden, welche seinVerwandter Arnold Gelthuss zum Echtzeier für ihn aufgenommen hat. Mainz ,17. Oktober 1448. 216
(Laut Vidimirungs-Urkunde vom 23. Aug. 1503). [Tafel 14].
Wir Adolff Rwe 217 von Hultjhufen [chulemeifter vnd chamerer zu Mentje, GeorgeSchruff doctor etc. (chultheiß, Hans vonn || Sorgenloche gnante Genffefleifdie, JohannMolfpergk vnd Johann Haffeibaum, werntliche richtere dafelbft, bekennen inn diffem offinbrieff||gein allermenlidie, das vor vns vff hude, datum dißsbrieffs, ane offin geridit körnenvnd erfchienen find Dhiel Hepp von Breythart der [chnyder, || burger zu Mentje, vffeynne vnd frauwe Elffe, Clefe Frefenheymers feligen gelaiffen witwe, vff die ander fijtenvnd haben vns gebeden, inen || diefen brieff, der hernach gefchrieben gehett, zu vidimeirnvnd foliche glaubliche vidimus mitt vngern gerichts anhangenden ingeßeln zu verßgeln ||