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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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DIE URKUNDLICHEN NACHRICHTEN ÜBER JOHANN GUTENBERG .

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erben, diefe giffte vnd dieß alles, wie obgejchrieben || (tehet, zubehalten vnd hait auchverjehen vnd bekandt für (ich, Reynharten vnd ire erben: welch tjijt oder wanne ArnoltGelthug oder fin erben || koment zu den obgnanten Reynhart vnd Henchin oder zu irenerben mit anderthalbhundert gülden an golde der erfchienen gulten, die dan erfchienenwere 220 nach || deme martjale des jars vnd der tjijt, als ob is wuchen gulte were, vnd mitdeme gerichts gelde, wag eg von gerichts wegen gekoßeft] hette, vnd bidten || fie, daffieine die vorgefchrieben adhtehalben gülden gelts an golde jerlicher vnd ewiger wieder-kauffs gulten wiedervmb abetjukeuffen geben, dag || follen vnd wullent fie thun ane allewieder redde, doch alffo ferre die vorgefchrieben vnderphande nit mit gerichte darfurvffgeholt vnnd || veruflert weren wurden. Vnd hait der vorgnante Henchin Rodengeingeborgett für geh, Reynharten vnd ir erben dieg bekentenieg vnd abelofunge || vegevndgede zuhalten. Audi gundt gegenwertigk hiebij Henn Genffefleifch, den mannennetGudenbergk, vnd hait verjehen vnd bekandt für geh || vnd fein erben, dasdie vorgefchrieben anderthalb hundert gülden ime zu gnen handen worden vnd in gnennutjen vnd frommen körnen find vnd daz || er die obgerurten achtehalben gülden jarsda von richten vnd bemalen, auch die abelofunge in obgerurter maffen tun folle vnd wolle,an deg vorgnanten || Arnolts vnd gner erben kogen vnd fchaden, vnd hait der vorgnanteH en di in G en ffefl ei fdie geborget für geh vnd gn erben dieg bekenttineg auch vege ||vnd gede zuhalten. Daby wag Peter Yppychen vnd Johannes von Herffelt vnd gefchacheinne deme jare, do man zalte nach gottes gebürte dufent || vyerhundert vyertjijgk vndechte jare, vff fant Gallen tag, des heyligen confeffors. Dieg ift alles mit eyde befait vordem wirdigen hernn || Volprecht von Dhers, camerer zu Mentje, vnd wag daby rijehterHeinriche Bocke, richter Johann Grans, riditer Clais Schenckenberg, furfprechenn || vndbudelle. Publicatum Anno prenotato, feria quinta proxima poftdiem beatj Gallj confefforis.[= 17. Okt. 1448].

Vnd des alles zu warem vrkunde fo haben wir obgnante || Adolfif Rwe fchulemeigervnd chamerer, George Schruff doctor etc. fchultheig, Hang von Sorgenloche gnanteGenffefleifch, J ohann Molfperg vndjohann || Haffelbaum, alle werntliche richtere zu Mentje,iglidier gn gerichts ingegel vnden ane dieg vidimus dig brieffs gehenckt vnd daz derobgnanten || frauwe Eigen vbergeben vff mitwuchen nehig nach fant Bernharts tagk, desheyligen abttes, inn deme jare, da man zalte von Criftj gebürte vngers || hern dufent vndfunfThundert vnd drüwe jare. [= 23. Aug. /503].

Die Originalurkunde vom J. 1448 verloren. Eine wortgetreue Copie derfelben aber in der Vidi-mirungs-Urkunde vom 23. Auguß 1503 enthalten, welche nach dem vorgelegten Original durch das MainzerStadtgericht angefertigt wurde. Empfänger waren der Mainzer Bürger Dhiel Hepp und die Wittwe ElfeFrefenheymer, denen damals das Verfügungsrecht über jene Gülte zujland.

DasVidimus befindet (Ich jeßt in der Stadt-Bibliothek zu Mainz (Urk. St. 273). Es ift eine große Perga-menturkunde (44x39cm); die 5 Siegel der Richter find nicht mehr vorhanden. Auf dem Rücken der Ur-kunde fteht von einer Hand des 16. Jahrh.: Vber iij 1 / a fl. gelts minus 12 d. gefallenn vnnd v ß vff dem rotenlewen am dietmargt || vnd zwey phunt xv (3 vff dem Afchaffenburg im Kirßgarten || vnnd zwey phunt x ß vffdem hauß zum alten Rade || am hewmargt. || R. 1503. Darunter fchrieb Bodmann: ad hißoriam Typographiaeinventae. Links am Rande findet fich (quer gefchrieben) von einer Hand des 17. Jahrh. diefe Bemerkung:Daf häuf zum Alten || Radt belangendt || felbige Zinß von || meißer Jeorge Hofffan (?) || jn Anno 1666 ab-1|gelegt worden. ||

Der Text wurde zuerß 1830 von Schaab, Erfind, d. Buchdr. II S. 253 ff. als Nr. 113 veröffentlicht, danach(mit allen Fehlern ohne Nachprüfung) durch v. d. Linde, Gutenberg Urk. IX, welcher auch in feiner Gefch.

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