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jerlichs gult, folt vnd fchaden geben han vnd || auch noch eins teils biß her fchuldig bin.Do rechen ich vor ein iglich hundert gülden, die ich alfo ußgenommen hain, || wie ob-gefchrieben (let, jerlidi feß gülden: was ym dez felben ußgenummen geldes worden iß,das nit uff vnfer beder || werde gangen iß, das fich in rechnung erfindet, do von heifchenidi ym den foldt noch lüde des fpruchs, vnd das das || alfo wäre fy, will ich behalten,als recht iß, noch lüde deß vßfpruchs über den 266 erßen artickel myner anfprach, || fo ichan den obgenanten Joha n Guttenbergen gethan han.
Ober vnd uff alle obgerurte fach begeret der obgemeldet || Johannes Fuft von miroffenbarfchriber eins oder mer offen inftrument, fo vill vnd dick ym deß noit wurde,vnd || ßnt alle obgefchrieben fachen gefcheen in den jare, indictien, dag, ftund, babßumme,cronung, monet vnd ftade obgenant || in bywefen der erfamen menner Peter Granß,Johann Kift, Johann Kumoff,JohannYfeneck, Jacop Fuft, burger zu Mencz, || Peter Girnß-heim vnd Johannis Bonne, clericken Menczer ßadt vnd bißums, czu gezugen funderlichengebeden vnde geheifchen ||.
Und ich Vlrich Helmafperger, clerick Bamberger bißoms, von keyferlicher gewalt ||offen fchriber vnd des heilgen ßuls zu Mencze gefworn notarius, want ich || by allen ob-gemelten punten vnd artickeln, wie obgeferiben ßeet, mit den || obgenanten geczugengeweft bin vnd ße mit han gehört, hirumb han ich || diß offen inßrumentum durch einenandern ge(chriben, gemacht, mit myner || hant vnderfchriben vnd mit mynem gewonlichenczeychen geczeichent, || geheißten dar 6ber vnd gebeden in geczugniße vnd warerorkunde aller || vorgefchribener ding.
(Links vor dem letzten Abschnitt, der Unterschrift, steht das handschriftliche Nota-riats-Signet mit der eigenhändigen Aufschrift: Vlricus Helmafperger Notarius. Vgl.Tafel 16).
Originalurkunde auf Pergament (42><28,5 cm) in der Univerfltäts-Bibliothek zu Göttingen (Cod. ms.hiß. litt. 123), zu deren werthvollßen Stücken fie zählt. Dorthin gelangte [diefelbe 1741 als Gefchenkdes Göttinger Profeffors Joh. Dav. Köhler, welcher fie damals für feine „Ehrenrettung Gutenbergs“ benutjthatte. Faß 150 Jahre blieb das Dokument in dem Cimelienfchrank der Georgia Augufla verborgen und galtals verloren, bis es 1886 von Prof. K. Dziaßko wieder entdeckt wurde zur großen Freude aller VerehrerGutenbergs , aber auch zum Schrecken feiner Widerfacher. Die Urkunde liegt gefaltet in einem Blechkäßchen,in deffen Deckel eine Gutenberg-Denkmünze eingelaffen iß. Ein beiliegendes amtliches Schriftßück derGöttinger Bibliotheksverwaltung von 1741 betätigt die Provenienz derfelben.
Das Original des Helmaspergerfchen Notariatsinßruments iß gut erhalten, nur iß durch Befchneiden derlinken oberen Ecke die Initiale J befchädigt und das darauffolgende n faß ganz verloren gegangen (vgl.Facßm.). Die Schrift iß gut leferlich, felbß in den Pergamentfalten. Der Urkundentext rührt von einemSchreiber her, welcher den Anfang der Klage und Eidesleißung Fußs (vgl. Z. 22 u. 59) durch ßärkere Schrifthervorhob. Die Beglaubigungs-Unterfchrift (Z. 70—77) iß von der Hand des ausfertigenden Notars Ulr.Helmasperger, der auch fein handfehr. Signet mit eigenhändiger Namens-Auffchrift hinzufügte. Am Anfangdes Aktenßückes finden fleh einige Unterßreichungen einzelner Worte mit rother Tinte, die von Joh. Ernßv. Glauburg herrühren, welcher in diefer Art alles von ihm benußte Aktenmaterial verunzierte (vgl. dieNotizen zu Nr. IV).
Auf dem Rücken der Urkunde findet fleh folgende Auffchrift:
Inßrumentum eyns gefaezten dages ||
daz Fuß flne rechenfchafft ||
gethane vnd mit dem eyde beweret hat. || A
Diefe Notiz verdient Beachtung. Sie rührt nämlich von gle i ch ze i t i ge r Hand her, jedoch weder vondem Schreiber des Textes noch von dem Notar. Daher iß es jedenfalls naheliegend, an einen der beiden