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uitvind. der boekdr. (1809) S. 102—108; Wetter, Erfind, d. Buchdr. (1836) S. 285—90; Umbreit, Erfind, d.Buchdr. (1843) S. 70—75; v. d. Linde, Gutenberg (1878) Urk. X; Faulmann, Illustr. Gefdi. d. Buchdr. (1882)S. 79—83; v. d. Linde, Erfind, d. Buchdr. (1886) III, S. 847—50. Einen genauen Abdruck (mit Facßmile) gabDziaßko, Samml. bibl. Arbeiten II, (1889) S. 11—18; vgl. dazu die Berichtigungen einiger Lefungen inSamml. bibl. Arbeiten IV, S. 115 Anm. und Centralbl. f. Bibi. VII, S.408. Dziaßkos Text druckte Faulmann,Erfind, d. Buchdr. (1891) S. 145—47 nach.
VonUeberfeßungen unferesTextes nenne ich nur einzelne: 1. (französ.) Fournier, De l’orig. de l’impr.(1759) S. 116—124 und Bemard, De l’orig. de limpr. I (1853) S. 194—200 ; 2. (engl.) W. Y. Ottley, Aninquiry conc. the inv. of print. (1863) S. 43 —47 und v. d. Linde, The Haarlem legend, by Heffels (1871)S. 24 f; 3. (h olländ.) v. d. Linde, De Haarlemsche Costerlegende 2. Ed. (1870) S. 43—46; 4. (i tal.) G. Pra-loran, Delle orig. d. stampa tipogr. (1868) S. 53—56 und 5. (c a t a 1 a n.) Jof. Brunet y Bellet, Erros historics V(1898) S. 183—185.
Die gefamte überreiche Literatur anzuführen, welche (ich mit dem Inhalt unferes Notariats-Aktes be-fchäftigt, iß unmöglich. Zudem ifk auch der überwiegende Theil von dem, was früher von Vertheidigernfowohl wie Gegnern vorgebracht wurde, heute werthlos. Ich verweife nur auf die beiden neueren Dar-ßellungen des Prozeffes Fuß-Gutenberg bei v. d. Linde, Gefch. d. Erfind, d. Buchdr. III 850—60 und nament-lich auf die Ausführungen von Dziaßko, Samml. bibl. Arbeiten II, S. 19—40. Vgl. dazu die Recen(lon vonA. Wyß im Centralblatt für Bibliothekswefen VII, S. 403 ff.
Aus unferem Facfimile erfieht man, daß die Göttinger Urkunde auf der linken Seite rund befchnittenwurde. Dies gefchah zu irgend einem praktifchen Zwecke, wie fchon oben (S. 121) betont wurde. Wozu fieverwendet werden follte, läßt ßch aus der Form der Abrundung nicht erfchließen.
Die Aechtheit desHelmaspergerfchen Notariatsinßrumentes, von dem [ich nur eineAusfertigung erhalten hat , 267 unterliegt keinem Zweifel. In früherer Zeit, als das Originalverfchollen war und als verloren galt, hat man von verfchiedenen Seiten Bedenken vorge-bracht und unfere Urkunde angefochten . 268 Die unkritifche Methode der WiderfacherGutenbergs hat aber in diefem Falle einmal gehörig Schiffbruch gelitten. Heffels äußerte(ich nur fehr vorfichtig über die „transscripts“ des Aktenßückes, dagegen verfäumte ernicht, die Bedeutung des werthvollen Dokuments, deffen fchwierigen Inhalt er offen-bar nicht genügend vergeht und daher in wenigen Zeilen abthut, geringfchätjig herabzu-fetjen . 269 Seit dem Auffinden des Originals iß er mit Recht verftummt und ebenfo feineGefolgfchaft, nur der kritiklofe Faulmann 270 bemühte ßch noch einmal vergeblich, Wider-fprüche in der Urkunde aufzudecken. Hätte diefer die grundlegenden UnterteilungenDziatjkos, ftatt fie zu kritifiren, lieber gründlich [iudirt, fo würde er nicht fo vieleUngereimtheiten vorgebracht haben.
D ie große Wichtigkeit unferer Urkunde und die mannigfachen Schwierigkeiten, welcheder Ausdruck im Einzelnen und dasVerßändniß des Zufammenhanges bieten, macheneine eingehendere Befprechung unerläßlich. Dabei iß zunächft der Inhalt der Urkundefeßzuftellen, zu gliedern und zu erläutern.
Das Helmaspergerfche Notariatsinßrument (feilt ein vereinzeltes Aktenßück aus demProzeffe dar, welchen Johann Fuß, der Gläubiger und Gefchäftsgenoffe Gutenbergs , gegendiefen anßrengte, und zwar enthält es das Protokoll über die Eidesleißung, durch welcheFuß feine Schuldforderungen erhärtete, um einen bedingten Urtheilsfpruch des MainzerStadtgerichts gegen Gutenberg rechtskräftig zu machen. Diefem Protokoll iß vorange-ßellt der Wortlaut diefes Urtheilsfpruches fowie ein Referat über die Klage Fußs und dieVerantwortung Gutenbergs.