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K. SCHORBACH
354. Die mißglückten Deutungsverfuche findet man bei v. d. Linde, Erfind, d. Buchdr. III S.902 erwähnt. Aberauch v. d. Lindes Meinung, daß Gutenberg durch Anonymität fich gegen gerichtliche Pfändung habe(ichern wollen, iß unhaltbar, was bereits Heffels a. a. O. S. 62 nachgewiefen hat.
355. Ueber diefe Ordonnanz vergleiche man die Ausführungen Dziaßkos, Samml. bibliotheksw. Arbeiten IIS. 41 ff. Wenn auch das Original nicht mehr vorhanden iß, fo läßt ßch doch der urfprüngliche Text ausden jüngeren Copien erfchließen.
356. Dies iß der fpätere berühmte Buchdrucker Venedigs, Nicolaus Jenfon, der auch in der bekannten Stelleder Kölner Chronik genannt wird.
357. Die beabßchtigte Anfpielung auf die Bibelßelle Evang. Joh. Cap. 20 V. 3—8 iß unverkennbar.
358. Heffels, Gutenberg S. 190 und Haarlem the birth-place of printing S. 65. Die hier vorgebrachten lächer-lichen Einwendungen ßnd zurückgewiefen von Wyß, Centralbl. f. Biblioth. V S. 268 f.
359. Aufgefunden und herausgegeben von L. Sieber, Guillermi Ficheti .. . quam ad Robertum Gaguinumde Johanne Gutenberg . . . confcripßt epißola. Baßleae 1887. Ueber weitere Literatur vgl. Dziaßko,Samml. bibl. Arbeiten II S. 42 Anm. 1.
360. Dies „haud procul a civit. Moguntia“ deutet unverkennbar auf Eltville . Vermuthlich ging die QuelleFichets auf Eltville zurück; feine Gewährsmänner waren vielleicht Gehilfen der BechtermünzifchenOffizin, denen Gutenberg noch perfönlich von Eltville her bekannt war.
361. „Bonemontanus“ iß Latinißrung des Namens „Gutenberg.“
362. Centralblatt für Bibliothekswefen V S. 270.
363. Oft abgedruckt; vgl. v. d. Linde, Gutenberg S. 265fF.
364. Das chronologifche Verzeichniß der Quellen findet ßch bei v. d. Linde, Gutenberg S. 151ff; ausführlicheExcerpte gab derfelbe Erfind, d. Buchdr. III S. 705 ff und 722 ff.
365. Wenn Heffels (Haarlem etc. S.68) glaublich zu machen fucht, daß GutenbergsVerwandte, feineGehilfen unddas S.Viktorßift in Mainz die Erfindungsgefchichte aufgebracht und verbreitet hätten, und daß hinterihnenGutenberg felbß als nichts leißenderPrahlerßehe, foißdiefehäßliche, durch nichts erwiefene Behauptungeinfach unwürdig. Hier gebärdet ßch Heffels, als wenn er gut unterrichtet wäre, während er fonß troß langerStudien über Gutenberg nichts herausgebracht hat, als daß diefer Prozeße führte und Schulden machte!
366. Das größte Verdienß erwarb ßch v. d. Linde durch feine Streitfchrift gegen den Haarlemfchen Anfpruch„De Haarlemfche Coßerlegende,“ 1870. Diefes Werk wurde von dem früheren Gegner Coßers undjeßigen eifrigßen Vorkämpfer desfelben, dem Haarlemer J. H. Heffels ins Englifche überfeßt! (TheHaarlem Legend 1871). In v.d. Lindes Gutenberg (1878) handelt Abfchnitt II von den Irrtümern, Märchenund Fälfchungen. In feinem dreibändigen Werke Erfind, der Buchdruckkunß (1886) befchäftigen ßchdie beiden erßen Bände mehr als eingehend mit den Erfinderfabeln.
Nach v. d. Linde’s Zufammenßellungen hat Gutenberg etwa ein Dußend Rivalen gefunden, denendie Erfindung neben ihm zugefprochen wurde. Außer Mainz beanfpruchten ungefähr 16 Städte vorüber-gehend das Recht, ßch als den Erfindungsort der Typographie zu bezeichnen.
367. Heffels, Haarlem the birth-place of printing, not Menß 1887. Eine etwas erweiterte holländifcheAusgabe: „Haarlem de geboorteplaats der boekdrukkunß, niet Mainz “ erfchien 1888. Eine knappeDarßellung feiner Anßcht gab Heffels dann noch in der Encyclopaedia Britannica 9. Ed. XXIII (1888)S. 681—697. Das von Heffels neu conßruirte Kartenhaus des Haarlemer Anfpruchs iß haltlos. Sowohldie deutfche Kritik als auch das Urtheil des unparteiifchen Auslandes iß hierin einig; ja felbß einigefachkundige Stimmen in Holland verhielten ßch ablehnend. Vgl. dieRecenßonenvon A. Wyß, Centralbl.f. Biblioth. V S. 255 ff und von R. Fruin in der Zeitfchrift De Gids 52 (1888) S. 49 ff fowie fernerCh. Bruun, De nyeße underfögelfer om bogtrykkerkunßens opfindelfe (1889) S. 28 und C. Caßellani,L’origine tedesca e l’origine olandefe dell’ invenzione della ßampa (1889). Heffels hatzwarangekündigt,daß er Weiteres Vorbringen werde, er fchweigt aber feit 12 Jahren. Er hat ßch vielleicht fleißig dieStelle in der von ihm fo hochgefchäßten Kölner Chronik angefehen, welche lautet: it ßn ouch ein deilvurwißige man und die fagen, men have ouch vurmails [d. h. vor Gutenberg] boicher gedruckt.
368. Gius. Fumagalli, Laqueßione di Pamfilo Caßaldi 1891. Seine Gründe ßnd zurückgewiefen vonDziaßko,Deutfche Litteraturzeitung XII (1891) S. 1895.
369. L. Gilliods- van Severen, L’oeuvre de Jean Brito, prototypographe Brugeois 1897 und H. Rommel,L’oeuvre dejean Brito 1898. Von den Entgegnungen erwähne ich nur die kleine Schrift von K. G.Bocken-heimer, Johann Brito aus Brügge. (Mainz 1898).