ZUR FRÜHESTEN VERBREITUNG DER DRUCKKUNST.
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thumdeffen, derßch in der Unterfchrift nennt, fein, fonß nennt erfich nicht; wenn er feinenNamen aber hinzufügt, fo geßhieht dies in Verbindung mit dem Worte confummare.Einzelne [cheinbare Ausnahmen haben in ganz befonderen Verhältniffen ihren Grund, beikleinen Drucken fehlt die Unterfchrift überhaupt; im allgemeinen aber beweiß der Aus-druck confummare, dag das fo bezeichnete Werk auf eigene Koften 16 und mit dem von ihrfelbß hergeßellten Material von der fich nennenden Firma gedruckt worden ifl. Das iß ßrengdurchgeführt,und diefesVerfahren fcheint faß eine rechtlicheGeltung angenommen zu haben.Selbftwenn der Verleger mit Typen druckt, die ihm jegtgehören, die er aber nicht felbfthergeftellt, fondern von andern erworben hat, fo wird er fich, je nachdem, nickt nennenoder nickt den Ausdruck confummare anwenden. Verfolgen wir dief'e Beobachtung beiden Druckwerken der Firma Fuft und Schöffer, die dabei faft ausjchließlich in Betrachtkommt, foergiebt fichzunächft,daßSchöffervomBeginn desGefchäftesnach 1455Theilhaberdesfelben mit irgend einem Gewinnantheil ift und nickt etwa nur als Drucker undtech-nifcher Leiter von Fuft bezahlt wird. In den beiden erften Bibeln fehlt eine Unterfchriftüberhaupt; wenn auch die Typen der 42zeiligen Bibel nach dem Prozeß aller Wahr-fcheinlichkeit nach in Fufts Eigenthum übergingen, fo war dock das Ganze Gutenbergs Werk. Indem erften großen Erzeugnißihrer Firma, dem Pfalterium vom Jahre 1457,nennenfick Fuß und Schöffer; diefesWerk iß ihr vollßändiges Eigenthum. Es heißt in der Unter-fckrift: ßc effigiatus et indußrie eßconfummatus perjohannem Fuß, Civem maguntinum,et Petrum Schöffer de Gernßheim. Schaab 17 meint, man habe die Ausdrücke deßhalb foallgemein gehalten, weil die Mechanik der Kunß damals noch geheim bleiben follteund Fuß und Schöffer bei Gutenbergs Lebzeiten fich nickt getrauten, deffen Erfindungfick anzueignen. Diefelben oder ähnliche Ausdrücke in Verbindung mit confummarewerden auch fpäter noch von Fuß und Schöffer verwendet; wenn ße die neue Kunß,von der ße fprechen, nickt als Erfindung Gutenbergs, fondern nur allgemein bezeichnen,fokann man daraus ihrem Gefchäftsgebahren vielleicht einenVorwurf macken, imUebrigenaber verfahren ße in der Bezeichnung ihres Verlages korrekt und nach ßreng be-folgter Regel; ße vermeiden es fogar, wie ein fpäter anzuführendes Beifpiel zeigen wird,bei Typen, die ihnen gehören, aber nickt urfprünglich ihr Eigenthum gewefen und vonihnen felbft hergeftellt find, fick zu nennen. Beiläufig erwähne ick, daß der Unterfckriftdes Pfalteriums gegenüber die Vermuthung, 18 Gutenberg habe das Druckmaterial auchdafür bereits in der Hauptfache angefertigt und Fuft überlaffen müffen,zweifelhaft erßkeint;das umfangreiche Werk müßte dann allerdings innerhalb zweier Jahre von Fuß undSchöffer ganz aus eigenen Mitteln, wenn auch unter dem Einfluß des von Gutenberg Er-lernten, hergeßellt worden fein.
In den Verlagswerken von Fuft-Schöffer finden wir diefe Form der Bezeichnung durch-geführt ; manchmal erfcheint das bei Ausdrücken von derfelben oder ähnlicher Bedeutungnoch hinzugefügte confummare fchwerfällig und überflüffig, es fehlt aber nie. So findenfich in einer der beiden etwas verfchiedenen Unterfchriften der Bibel von 1462 die dreian fich ziemlich dasfelbe befagendenAusdrücke: finitum ac completum et... confummatum.Dagegen heißt es in den Ausgaben von Cicero , De officiis, aus dem Jahre 1465 und faßgleichlautend 1466: Prefens . . . opus Johannes Fuß Moguntinus civis. Petri manu puerimei feliciter effeci finitum. Damals ift eine Veränderung eingetreten: das bisher ge-meinfam betriebene, einheitliche Gefchäft wurde fo getheilt, daß Fuß für fich den Verlag
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