148 III. ENTWICKELUNG DER WÄHRUNG IN DER ZEIT VON 1868-1883.
währung waren, Spaniens Bargeldumlauf aber größtenteils ausGold bestand und sich am ehesten der Metallgeldzirkulationbeider Länder näherte.
Man wartete jedoch in Spanien den Entschluß der Gold-länder nicht ab und adoptierte das Münzsystem der lateinischenUnion durch Dekret vom 19. Oktober 1868.
Zur Lösung brachte den bisherigen Schwebezustand diegroße September- Revolution des Jahres 1868. Die Revolution,welche zur Entfernung der Königin Isabella II. vom Throne führte,machte tabula rasa mit den meisten bestehenden administrativenEinrichtungen. Wie man damals alle Bande zerriß, welche andie bisherige klerikal- feudale Kamarillaregierung erinnerten, sowollte man im Münzwesen alles entfernen, was an das alteRegiment erinnerte. Die bourbonischen Lilien sollten für immervon den Münzen verschwinden und durch die Spanien dar-stellende Frauenfigur ersetzt werden. Daher sollte eine all-gemeine Münzumprägung stattfinden.
Dieser rein äußerliche und nur die numismatische Seitedes Geldwesens betreffende Grund einer Reform des Münzwesensgab aber gleichzeitig Gelegenheit, währungspolitische Pläne insWerk zu setzen.
Man glaubte aus politischen, finanziellen und namentlich.aus handelspolitischen Gründen möglichst schnell im Münzsystemdie Grundlagen der Geldverfassung der in der lateinischen Union.verbundenen Länder erwählen zu müssen.
Das Dekret vom 19. Oktober 18681) sprach diesen Gedankenin folgenden Worten aus: ,, Die ökonomischen Vorteile der Über-nahme des Münzsystems der lateinischen Konvention sind zubeträchtlich, als daß man an ihrem Nutzen zweifeln kann. Alles,was den Handel und die Beziehungen der Völker untereinandererleichtert, bildet einen unermeßlichen Vorteil, denn es legt denSamen zum Reichtum, hebt die Lebensbedingungen des Bürgersund kräftigt die Zivilisation und die Freiheit. Indem Spanien