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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
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im rheinischen Zentrum besitzt. Gleichfalls über den Rahmenseiner Betätigung als Finanzmann hinaus, wurde Ludwig MaxGoldberger bekannt, der Organisator der Berliner Handels-kammer und der ständigen Ausstellungskommission, der Schöp-fer des Wortes vomLand der unbegrenzten Möglichkeiten.

Die Aufgaben, die der Privatbankier nicht mehr lösen kann,übernehmen in den fünfziger J ahren die Aktienbanken, derenerste Gründungen in Deutschland nicht von Juden herrühren.Aber an der Entwicklung dieser Institute zu den stärksten Fak-toren auf dem deutschen Geld- und Kapitalmarkt sind auchJuden beteiligt: neben Männer wie die Hansemanns, wieSiemens, Gwinner, Koch reihen sich ebenbürtig die Gestaltender Salomonsohns, eines Steinthal, Wallich, Gutmann, Fürsten-berg, und unter den heutigen Jacob Goldschmidt, OscarWassermann, Kurt Sobernheim und Wilhelm Kleemann. Trotzseiner führenden Stellung hat der Bankdirektor seine Selb-ständigkeit aufgegeben. Von einer Beherrschung des Geld-marktes durch die Juden kann nicht mehr gesprochen werden.

Der jüdische Händler braucht in der modernen Volkswirt-schaft nicht mehr Trödler und Hausierer zu bleiben. Er dehntjetzt seinen Wirkungsbereich auf alle Produkte aus. Neben demHandel mit börsengängigen Erzeugnissen, Getreide, Metallenund Baumwolle, bleibt besonders der Handel mit Altstoffen,dem die Juden schon im Mittelalter nachgehen müssen, injüdischen Händen. Die Verwertung und Umarbeitung dieserAltmaterialien wird geradezu eine jüdische Erfindung (Metall-schmelzen). Ebenso widmen sie sich wie in früheren Zeitendem Handel mit allen Gegenständen der Bekleidung.

Wie jüdischen Händlern mit Textilprodukten schon im acht-zehnten Jahrhundert die Begründung von Manufakturen ge-stattet wird, so führt sie jetzt der gleiche Weg zur Fabri-kation. Der Kaufmann, der sich durch Zwischenmeister Warenanfertigen läßt, wird Verleger und geht dann selbst zur eigenenErzeugung über. Im Jahre 1837 nehmen in Berlin als ersteGebrüder Mannheimer die konfektionsmäßige Anfertigung vonMänteln auf. Der Konfektion aller Art widmen sich vielejüdische Firmen. Einige, wie Hermann Gerson, werden ton-