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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
Seite
199
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ARON HIRSCH

n den Hängen des Harzes hatten sich schon im frühen Mittel-

alter Juden niedergelassen. Bereits im Jahre 1261 erteilteihnen Bischof Vollradus von Kranichfeld Schutzbriefe. So sehrman sie in anderen Städten Mitteldeutschlands bedrängte undvertrieb, so wenig Halle und Magdeburg ihre Niederlassung dul-deten, in Halberstadt waren es die Bischöfe, die ihnen Zufluchtgewährten. Nicht aus Großmut oder Toleranz, sondern weil dieJuden die ständigen Geldbedürfnisse der Kirchenfürsten befrie-digen mußten. Unter den brandenburgischen Herrschern war esbesonders der Große Kurfürst, der den Halberstädter Judenseinen Schutz angedeihen ließ. Als im Jahre 1669 die Halber-städter Synagoge auf Veranlassung der Landstände zerstörtwurde, richtete Kurfürst Friedrich Wilhelm, wie uns SelmaStern in ihrem BuchDer preußische Staat und die Judenberichtet, ein heftiges Restrikt an die Halberstädter Regierung.Zur Zeit dieses großen Herrschers bildete Halberstadt die größtejüdische Gemeinde und zählte 1699 schon 639 Seelen.

In jenen Jahren stand der Bergbau des Harzes noch in hoherBlüte. Deutschland war einer der größten Kupferproduzentender Welt. Aber die Schächte der waldigen Berge lieferten nichtnur das rote Metall, aus ihnen förderte man auch neben Blei dasglänzende Silber. Juden der Harzorte, besonders die Halber-städter, hatten regen Anteil am Metallhandel, vor allem amHandel mit Silber. Denn der Handel mit Luxuswaren, mit Goldund Silber, wurde ihnen bisweilen als Privileg überlassen. In denTagen des Merkantilismus glaubte man vielfach, der Besitz anEdelmetallen könne ein Land bereichern. Man sah es deshalbgern, wenn die Juden von überall her Silber und gar Gold ins