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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
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Land brachten und begünstigte deshalb ihren Handel mit diesenedelsten Produkten des Bergbaus.

In Halberstadt stand die Wiege des modernen deutschenMetallhandels. Von hier aus trat er seinen Zug durch Deutsch-land, ja durch die ganze Welt an, die er bis zum Kriege be-herrschte. Gewiß hat es auch an anderen Orten Metallhändlergegeben. Aber Halberstadt beherbergte .jenes Haus und jeneMänner, die nach einem ganz neuen Prinzip mit Metallen zuhandeln pflegten. So wurden sie zu Lehrmeistern all der vielenanderen, die später sich dem gleichen Geschäftszweig widmeten.Die kleine Harzstadt genoß den Vorteil, daß mit der Industriali-sierung Deutschlands im nahen Mitteldeutschland im 19. Jahr-hundert verschiedene Industriezweige Fuß faßten, die ohne Me-talle nicht leben konnten. In Magdeburg, in Leipzig, in Halle,in Erfurt und vielen anderen Städten Sachsens und Thüringenswurden Maschinen-und Metallwarenfabriken begründet. Mancheerwarben einen großen Ruf. Diese Werke mit Metallen zu ver-sorgen, bildete jetzt eine neue Aufgabe dieses Handelszweiges.Doppelt bedeutungsvoll wurde sie, als es galt, ausländische Erzeund Metalle herbeizuführen, weil Deutschlands Vorräte anmetallischen Rohstoffen sich für den ständig steigenden Bedarfder Industrie bald als viel zu klein erwiesen. Jetzt mußten Ver-bindungen mit ausländischen Handelshäusern, ja auch mit über-seeischen Bergwerken angeknüpft werden.

Der Begründer des neuzeitlichen deutschen Metallhandels ent-stammte einem alten rabbinischen Geschlechte. Der Vater warRabbiner gewesen, also wurde es auch der Sohn. Erst um dieWende des 18. zum 19. Jahrhunderts wurde diese Kette unter-brochen. Aron, ältester Sohn des Halberstädter Rabbiners HirschGumprecht, der aus Göttingen stammte, wird Kaufmann. Erentsagt dem Talmudstudium und vertauscht die Kanzel mit demKontor. Den Vornamen Hirsch, den sein Vater trägt, wählt erzum Familiennamen. So wird Aron Hirsch (17831842) derAhnherr des großen Metallhauses Hirsch. Die rabbinische ge-lehrte Begabung vererbt sich in dem andern Zweig der Familie,der den Namen Gumprecht wählt. Der führende Kirchen-historiker David Gumprecht, ein Vorgänger Adolf von Har-