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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
Seite
175
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ALBERT BALLIN

I m Jahre eintausendachthundertsiebenundvierzig, am Don-nerstag, den siebenundzwanzigsten Mai, nachmittags umzwei und einhalb Uhr in dieser Freien und Hansestadt Ham-burg, habe ich, der Hamburgische öffentliche geschworeneNotar Eduard Schramm, Dr. d. R., mich auf Requisition desprovisorischen Komitees zum Entwurf der Statuten der Ham-burg-Amerikanischen Paketfahrt-Aktien-Gesellschaft nach demKonferenzzimmer der Börsenhalle verfügt, um daselbst einerGeneralversammlung der Aktionäre der HAPAG, in der derEntwurf der Statuten zur Annahme vorgelegt und die Wahlder Direktion vorgenommen werden sollte, beizuwohnen undüber die Verhandlungen ein öffentliches beglaubigtes Protokollaufzunehmen. Hat der Notar, der diese Urkunde mit solchpeinlicher Genauigkeit ausfertigte, gewußt, daß er Zeuge einesGründungsaktes von großer historischer Bedeutung sei? Daßdie drei Hamburger Unternehmer Ernst Merck, Dr. A. Halle,und Ferdinand Laeisz durch die Gründung einer eigenenReederei großen Weitblick bewiesen? Denn es gehörte damalsMut und der Glauben an Hamburgs, ja an Deutschlands Zu-kunft dazu, um mit eigenen Schiffen einen regelmäßigen Ver-kehr mit Nordamerika aufzunehmen. Die Einrichtung einerständigen Schiffahrtslinie von einem Hafen zum andern kenntman erst seit kurzem. Die Segler fahren nach Bedarf, wennsie Frachten genug an Bord haben. Während von Bremen schon1826eine Schiffslinie nach denVereinigten Staaten ausgeht, miß-lingen ähnliche Versuche Hamburgs, bis endlich Robert Sloman1836 eine einigermaßen regelmäßige Auswandererbeförderungaufnimmt.