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zehntelang Führer auf dem Weltgeldmarkt sein. Maßgebend fürdas finanzielle Geschick des ganzen Kontinents.
Der Ahnherr Meyer Amschels, von dem die Familie den Na-men trägt, ist Isaac Elchanaan, der im Hause zum roten Schildewohnt. Die Wahrzeichen der Häuser in der Judengasse geben denFamilien die Namen. Denn Isaacs Vater nennt sich nur Elcha-naan (vgl. Berghöffer, Meyer Amschel Rothschild, Frankfurta. M. 1923). Ungefähr um 1680 verläßt ein Nachkomme des IsaacElchanaan, NapthaliHirz genannt, das Haus zum roten Schilde,um das Haus zur Hinterpfann zu beziehen. Hier lebt zu Beginndes achtzehnten Jahrhunderts Moses Kalman Rothschild, einkleiner Geldwechsler, aber nicht ohne Vermögen. Sein Geschäfterbt der Sohn Amschel Moses Rothschild, und auch er bestimmt,daß seine beiden Söhne Meyer Amschel und Kalman den gleichenBeruf ergreifen. Da vor den Toren Frankfurts schon die Weltzu Ende ist, und nach wenigen Meilen immer wieder neue Weltenhinter neuen Grenzen beginnen, da jedes Land im DeutschenReich eigene Münzen prägt, gehört der Geldwechsler zu denunentbehrlichen Faktoren des Wirtschaftslebens.
Zuerst besucht Meyer Amschel die jüdische Schule in FürthDann geht er nach Hannover in das Handelshaus der Oppenheims,um dort zu lernen. So sieht er ein Stück Welt, muß aber früh ver-waist nach Frankfurt zurück. In Hannover hat er einen hannover-schen General von Estorff kennengelernt, einen eifrigen Münz-sammler. Durch ihn angeregt bildet sich Meyer Amschel selbstvoll Eifer zum Numismatiker aus und besitzt bald große Sach-kenntnis auf diesem schwierigen Gebiet. Die Beziehungen zudem münzensammelnden General hält Meyer Amschel auch inFrankfurt aufrecht. Sie werden ihm besonders nützlich, als Estorffin die Dienste des PrinzenWilhelm von Hessen-Hanau, eines Enkelsdes Kurfürsten Wilhelm VIII. von Hessen-Kassel und desKönigs Georg III. von England tritt. Denn Rothschild fährtnach dem nahen Hanau, um dem Prinzen, der ebenfalls Münz-liebhaber ist, seine Schätze anzubieten, oder er versteht es, inFrankfurt, wenn der Prinz dort weilt, sich ihm zu nähern, und ihmMünzen oder Antiquitäten zu offerieren. Der Münzkennerbewährt sich. Geschickt kann er das fürstliche Wohlwollen be-
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