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Niemand von den Nachkommen Moses Mendelssohns gehörtnoch dem Judentum an, wenn auch die Tradition von den An-gehörigen des Hauses Mendelssohn hochgehalten wird. Am200. Geburtstag ihres großen Ahnen im Jahre 1929 wird unterihrer Führung in Dessau die Mendelssohn-Stiftung errichtet.
Einen großen Aufschwung nimmt die Firma unter der LeitungErnst Mendelssohn-Bartholdys, eines Sohnes Pauls, der 1869 indas Bankhaus ein tritt. Er wird 1896 geadelt und stirbt 1906 alsWirklicher Geheimer Rat und Exzellenz. Sein Sohn Paul(geb. 14. November 1875) gehört zu den heutigen Mitin-habern des Hauses. Auch der Sohn Alexanders, Franz Mendels-sohn, am 25. Januar 1829 geboren, erhält am 5. Mai 1888 denpreußischen Adel. Nach seinem Tode 1889 folgen ihm seinebeiden Söhne Robert (geb. 12. Dezember 1857) und Franz(geb. 29. Juli 1865). Der heutige Seniorchef des Hauses ist Franzvon Mendelssohn, auch Präsident der Berliner Industrie- undHandelskammer und des Deutschen Handelstages.
Das Haus Mendelssohn & Co. hat es verstanden, sich seine Be-deutung als Privatbankhaus zu erhalten, vor allem auch weil es inder letzten Zeit bewußt frisches Blut der Leitung zugeführt hat.Wurde vor dem Kriege der inzwischen verstorbene langjährigeProkurist Arthur Fischei als Teilhaber aufgenommen, so sind esneben den jüngsten Sprossen des alten Hauses, die heute schonan der Spitze der Firma stehen, und neben dem SchwiegersohnFranz von Mendelssohns, Dr. PaulKempner, einem SohneMaximilian Kempners, vor allem zwei jüdische Männer, die vongrößter Bedeutung für die Firma geworden sind: Rudolf Löbund Dr. FritzMannheimer. Als einer der hervorragendstenArbitrageure der Welt hat Mannheimer besonders im Kriege inHolland eine Rolle gespielt. Seiner Initiative folgend, hat dasHaus Mendelssohn mit dem Grundsatz der strengen Zentrali-sation gebrochen und in Holland eine Zweigniederlassung er-richtet. Trotz aller Krisen und aller Schicksale ist das HausMendelssohn & Co. nicht nur die erste Privatbank Berlins,sondern eine der ersten Deutschlands, ja der Welt geblieben.