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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
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firmen aufs engste miteinander verbunden haben. Der AgentRothschilds, bis dahin ein Mann, der in Berlin weder Einflußnoch Namen besaß, erhielt mit der Mission, die er übernahm,plötzlich ein Ansehen, das nur der Name Rothschild erklärenkonnte.

Die Familie, der Samuel Bleichröder angehört, stammt ausdem Harz. Jahrzehntelang war sie in Bleicherode in der GrafschaftHohenstein ansässig, hatte dort Handelsgeschäfte der verschieden-sten Art unternommen und sich wahrscheinlich wie so vieleJuden in den Harzstädten dem Handel mit Metallen gewidmet.Aber diese Geschäfte, wie sie ja seit Jahrhunderten von den Judenbetrieben wurden und betrieben werden mußten, sagten ihnendurchaus nicht immer zu. Männer von weiterem Blick wolltenüber den Kreis hinaus, in den man sie hineingezwängt hatte.

Im Zeitalter des Merkantilismus, in dem der große Fritz in denverschiedensten Städten seines Landes Fabriken errichtete undviel Geld für solche Manufakturen ausgab, waren auch Juden andiesen ersten industriellen Unternehmungen beteiligt. Von demWunsche erfüllt, sich ein eigenes Werk schaffen zu können, magwohl Gerson Bleichröder nach Berlin gekommen zu sein.Daich zu dem gewöhnlichen Handel, mit welchem meine Nationsich beschäftiget, niemals Neigung gehabt habe, so schreibt ervon sich, und geht unter die Fabrikanten, indem er in der Kronen-gasse eine Parfümeriefabrik gründet. Er muß es bald zu Ansehengebracht haben, denn am 9. Juli 1795 wird er zum Hofparfümeurder Königin von Preußen, der Gemahlin Friedrich Wilhelms II.,ernannt. In einem Protokoll, das von dem Direktor des preußi-schen Gewerbedepartements, dem Staatsrat Kunth, bekannt auchals Erzieher der Gebrüder von Humboldt, unterzeichnet wird,erbittet Bleichröder eine Dotation der Regierung für sein Unter-nehmen. Es scheint also, daß es ihm gelungen ist, sich Bezie-hungen zum Hof und zur Regierung zu verschaffen.

Der Sohn Samuel, 1779 in Berlin geboren, hat keinen Ehr-geiz ebenfalls Hofparfümeur zu werden. Er gründet deshalbam 22. Juli 1803 in der Rosenthaler Straße 44 ein Wechsel- undLotteriekollektionsgeschäft unter der Firma S. Bleichröder.Wenn auch aus den ersten Jahren seiner Tätigkeit alle Berichte

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