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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
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m Ostpreußen das größte industrielle Unternehmen besaß. DerBernsteinhandel hatte auch den alten Fürstenberg zu einemwohlhabenden Mann gemacht, der viel Wert auf eine besondersgute Erziehung seiner Kinder legt. Erst sechzehnjährig trittCarl Fürstenberg als Lehrling in das Bankhaus R. Damm inDanzig ein, wo er eine gründliche banktechnische Ausbildungerhält. Auch sein älterer Bruder ist bei Damm tätig und wirddort später Prokurist. Aber Carl Fürstenberg ist der Gesichts-kreis Danzigs zu eng. Er stellt sich höhere Aufgaben, als sie vondem Angestellten eines angesehenen Provinzbankhauses zu er-füllen sind. Für ihn gibt es deshalb nur ein Ziel: Berlin, das alsneue Reichshauptstadt ihm ganz andere Möglichkeiten des Fort-kommens zu bieten scheint. Gegen den Willen des Vaters, derdem jungen Kommis eine Ohrfeige verabfolgt, reist Fürstenbergnach Berlin. Aber für seine Geburtsstadt bezeugt er stets An-hänglichkeit. Danzig verdankt ihm die Schenkung des Grund-stücks Brotbänkengasse 36 und die Stiftung eines namhaftenKapitals zur Erhaltung und Restaurierung des historischen Rep-hagenhauses. Als Mitglied des Verwaltungsrats der DanzigerPrivataktienbank nimmt er auch an der Wirtschaft der altenHansestadt lebhaften Anteil.

In Berlin tritt Carl Fürstenberg zunächst bei dem großenTextilhandelshaus Gebr. Simon ein, das jahrzehntelang die ersteRolle im deutschen Baumwollhandel spielt, und dem die beidenKunstmäzene, der 1929 tragisch gestorbene Geheime Kommer-zienrat Dr. Eduard Simon und sein Vetter, Dr. James Simon, ent-stammen, und das erst vor wenigen Jahren den Stürmen derNachkriegsentwicklung zum Opfer fiel. Aber Fürstenberg istBankmann. So bleibt er hier nicht lange, sondern tritt nach einerkurzen Tätigkeit bei der Disconto-Gesellschaft bereits 1871 beiS. Bleichröder ein, in demselben Jahre, in dem der Chef diesesHauses als Unterhändler Deutschlands bei den finanziellen Frie-densverhandlungen mit Frankreich der erste Bankier Deutsch-lands geworden ist. Fürstenberg arbeitet zunächst unterJulius Schwabach. Er wird bald Disponent und scheint diebesten Aussichten für einen weiteren Aufstieg zu besitzen. DennBleichröder beauftragt ihn mit der Bearbeitung der aktuellen