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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
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liehen Industriegebiet und Berlin. Die zunehmende Industriali-sierung der Reichshauptstadt geht parallel mit dem Bezug deroberschlesischen Kohle und des oberschlesischen Eisens. Die Er-oberung des Berliner Marktes durch die oberschlesische bewirktdie Verdrängung der englischen Kohle. So handeln die Vor-kämpfer Oberschlesiens auch im Interesse der nationalen Wirt-schaft.

Emanuel Friedlaender, ein Nachkomme David Friedlaendersin Beuthen und ein Verwandter von Moritz und Otto Fried-laender, die zu den ersten Hüttengründern Oberschlesienszählen, ist es, der als erster die oberschlesische Kohle in Berlineinführt. Die stark verschuldete Firma Emanuel Friedlaen-der & Co. übernimmt 1880 der einzige, erst zweiundzwanzig-jährige Sohn Fritz Friedlaender (geb. 30. August 1858).Er baut sie zu einer der größten Kohlenhandlungen Deutsch-lands aus. Als Schöpfer der Oberschlesischen Kokswerke, derBraunkohlen- und Brikettindustrie A.-G., der Silesia NeueOppelner Portland-Zement A.-G. wird Friedlaender auch einerder führenden oberschlesischen Industriellen, der im RybnikerGebiet selbst den Kohlenbergbau betreibt und so den Groß-handel mit der Eigenproduktion verbindet. Kaufmännisch hoch-begabt, vielseitig interessiert, gelingt es ihm, in Berlin schnellgroßen Einfluß zu gewinnen. Sein Palais am Pariser Platz wird vordem Kriege zu einem Mittelpunkt der Berliner Gesellschaft. Alsihm der Kaiser 1906 unter der Bezeichnung von Friedlaender-Fuld den erblichen Adel verleiht, ist er nicht mehr Jude. Fried-laender stirbt verhältnismäßig jung am 16. Juli 1917.

Vertreter des Hauses Emanuel Friedlaender & Co.jist ursprüng-lich die Anfang der fünfziger Jahre gegründete Firma CaesarWollheim. Nur kurze Zeit bleiben die beiden Firmen mitein-ander verbunden. Dann führt CaesarWollheim allein die Ein-fuhr oberschlesischer Kohle nach Berlin durch. Da sein Haus sichin Berlin selbst befindet, kann er hier besser als von Gleiwitz ausden oberschlesischen Kohlen den Weg zu den Berliner Fabrikenund zum Hausverbrauch bahnen. Aus dem Revier fahren all-jährlich zahlreiche Kähne die Oder abwärts bis zur Spree, um dieKohle nach Berlin zu bringen. Da das Eisenbahnnetz noch nicht