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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
Seite
162
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IÖ2 -

wie ihn Geheimrat Hilger, einer der führenden oberschlesischenIndustriellen, nennt, dazu führen, für eine ständige Verbesse-rung der oberschlesischen Verkehrsverhältnisse einzutreten.Seiner eigenen Firma gliedert Arnhold frühzeitig eine bedeu-tende Reederei, die auch Rheindampfer baut, und eine Schiffs-werft an. Er ist es, der für den Ausbau der Oder eintritt, dersich für den Bau des Mittellandkanals lebhaft einsetzt und denTeltowkanal bei Berlin mitbauen hilft. Als Mitglied des Preußi-schen Landes- und später des Reichswasserstraßenbeirats unddes Preußischen Landeseisenbahnrats, als Angehöriger der Stän-digen Tarifkommission, als Vorsitzender des Verkehrsausschussesder Berliner Handelskammer, der er seit 1902 nach seinem Aus-scheiden aus dem Ältestenkollegium angehört, und in vielenanderen Organisationen kann er im Geiste einer modernenVerkehrsgestaltung wirken. Stets bekämpft er jede engherzigefiskalische Verkehrspolitik. Alljährlich fährt Arnhold nach Katto-witz zur Wagengestellungskonferenz, die über den jährlichenGüterwagenbedarf des Industriegebietes zu beraten hat.Vonweither kamen die Interessenten zu dieser Konferenz gereist,um die ,Thronrede' zu hören, die Arnhold immer auf dieserTagung hält, und die in meisterhafter Weise regelmäßig einGesamtbild der deutschen Wirtschaft zeichnet. In Berlin widmeter sein besonderes Interesse der Großen Berliner Straßenbahn.Er wehrt sich zunächst energisch gegen ihre Verstadtlichung.Ihm gelingt es schließlich, den jahrelangen Krieg zwischen derStadt und der Straßenbahn beizulegen.

Als nach dem verlorenen Kriege die Reichsbahn umgestaltetwerden soll, bekämpft Eduard Arnhold den Gedanken, ihreLeitung in neutrale oder alliierte Hände zu legen, in einem Auf-satz imBerliner Tageblatt. Daß er in den Verwaltungsratder neugegründeten Reichsbahngesellschaft berufen wird, isteine Selbstverständlichkeit. Mit besonderem Interesse verfolgter die Entwicklung der Luftfahrt. Schon 1901 unterstützt erden Grafen Zeppelin durch eine Spende, und nach dem Unglückvon Echterdingen 1908 stellt er ihm sofort 100000 Mk. zurVerfügung.

Seine Stellung in der Wirtschaft schafft ihm viele Verbin-