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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
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Als Leonhard Tietz am 15. November 1914 stirbt, hinterläßtauch er einen Konzern von größter Ausdehnung. Eine fein-gliedrige Organisation ist aufgebaut worden, um den Riesen-mechanismus der vielen Unternehmungen in Gang zu halten.In den verschiedensten Gegenden Deutschlands, aber auch inParis, hatte man eigene Einkaufshäuser eingerichtet, in der Süd-eifel war man mit der Begründung einer Strumpffabrik zurEigenfabrikation übergegangen. Die Fabrikationsunternehmenwerden durch die Firma, an deren Spitze jetzt der älteste Sohnvon Leonhard Tietz, Alfred Leonhard Tietz steht, in derInflationszeit stark erweitert. Die Flucht in die Sachwerte führtdas Haus zur Übernahme verschiedener Fabriken für Textil-produkte in Plauen und anderen Städten und der MechanischenWeberei Augsburg-Siebenbrunn. Nach der Stabilisierung derWährung steuert man abermals einen neuen Kurs. Das Prin-zip der Selbstfabrikation wird zum größten Teil wieder auf-gegeben.Wenn ein Rückschlag kommt, so erklärt AlfredLeonhard Tietz vor der Enquetekommission,dann hat manbei der Selbstfabrikation das Risiko sowohl im Handel wie inder Fabrikation zu tragen. Allerdings hat man bei der Hausseauch die Möglichkeit, zweimal zu verdienen. Aber wir sahenein, daß die Gefahr, bei der Baisse zweimal Verluste zu haben,größer sei, als der Vorteil, bei der Hausse zweimal Gewinne zuerzielen.

Infolgedessen geht die Firma Leonhard Tietz A.-G. wiederdazu über, nur auf horizontaler Basis ihr Unternehmen zu er-weitern. Die Einkaufsorganisation und das Filialnetz werdenimmer weiter ausgedehnt. Neue Filialen werden eröffnet. In-folge des Übergangs des Emden- und Lindemannkonzerns an dieRudolf Karstadt A. G. werden infolge des Regionalabkommenszwischen beiden Warenhausgruppen verschiedene Kaufhäuserdieser früheren Firmen in Aachen, in Krefeld, in Mülheim,außerdem Geschäfte in Breslau und Frankfurt a. M. übernommen.Als erstes Unternehmen seiner Art gründet die Firma LeonhardTietz im Jahre 1925 die Ehape Einheitspreis-Handelsgesell-schaft m. b. H. in Köln, die im Jahre 1927 in eine Aktien-gesellschaft umgewandelt wird. Die Ehape-Geschäfte sollen unab-