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Das Bankhaus A. E. Wassermann, dem Oscar Wassermannentstammt, blickt auf eine alte Tradition zurück. Den NamenWassermann hat die Familie schon im siebzehnten Jahrhundertgeführt. Im Jahre 1692 wird einem Wassermann in Regensburgein Schutzbrief erteilt. Als Judenverfolgungen in Regensburgeinsetzen, wandert die Familie dieses Wassermann zunächstnach Neuburg an der Donau aus, und als auch hier die Judennicht mehr geduldet werden, läßt sie sich in dem schwäbischenStädtchen Harburg, an der Würnitz gelegen, nieder, wo derFürst von Oettingen-Wallerstein die Emigranten aufnimmt.
Ein Nachkomme dieses Wassermanns, Elkan Wassermann ge-nannt Regensburger zu Harburg, wird durch eine Urkunde desFürsten von Wallerstein vom 18. März 1785 als Salzfaktor desFürstentums angestellt. Er darf jetzt mit seinem Gepäck aller-orten ungehindert zoll-, mautaufschlag- und abgabenfrei dieGrenzen passieren. Im Dienste desselben Herrschers steht auchElkans Sohn, Amschel Elkan Wassermann. Auch er ist Salzfaktordes Fürsten Krafft Ernst von Oettingen-Wallerstein, eines jenervielen süddeutschen Duodezfürsten, die stolz auf ihre Souveräni-tät bis zur napoleonischen Zeit über wenige Meilen Landes ge-bieten. Die Rheinbundakte, die Bayern zum Königreich erhebt,macht auch der Herrlichkeit der erst 1774 gefürsteten Herrenvon Oettingen-Oettingen und Oettingen-Wallerstein ein Ende:ihr Staat wird von dem größeren Bayern verschlungen. Aber alsHoffaktor — eine Würde, die auch Meyer Amschel Rothschildvon dem ihm verbundenen Prinzen von Hessen-Hanau erhaltenhatte — hebt sich Amschel Elkan Wassermann sichtbar hinausüber die andern Juden seiner Umgebung. In dieser Eigenschaftist es für ihn leichter, Geschäfte abzuschließen. Wenn es auchnur ein Fürst ist, dessen Land an Fläche nicht einmal den Ge-bietsumfang des heutigen Berlins erreicht, hinter Wassermannsteht als Schirmherr ein reichsunmittelbarer Souverän, das er-höht seinen Nimbus.
Hier am Hofe des Fürsten gründet 1783 Amschel ElkanWassermann seine Firma, die sich in Wallerstein zunächst demBank- und Warengeschäft widmet. Schon in den ältesten Ge-schäftsbüchern finden sich Eintragungen von Darlehns- und