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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
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der Frage nach der Zukunft des Kapitalismus. JakobGoldschmidt entscheidet sich vor den deutschen Bankiers fürden Kapitalismus. Zur gleichen Zeit fordert in Hamburg aufdem Gewerkschaftskongreß einer der jungen Führer der Sozial-demokratie, Fritz Naphtali, die Wirtschaftsdemokratie als denWeg zum Sozialismus. Sombart aber proklamiert das Ende desKapitalismus, jener Gelehrte, der die Juden als Väter des Kapi-talismus angesprochen hat.

Die deutschen Juden finden sich heute stärker denn jein allen Lagern. Sie kämpfen für die Erhaltung des altenKapitalismus wie um die Wege zu einer neuen Wirtschaftsord-nung. Mit dem Kapitalismus aufgestiegen zu der Bedeutung,die sie für die deutsche Wirtschaft durch die Jahrhunderte ge-habt haben, sehen sie heute viele Wege zum Vorwärtskommenversperrt. Dem Drang zur Selbständigkeit, der dem Juden eigenist, sind überall Schranken gesetzt. Nicht jeder jüdische jungeMann kann wie einst der Vater zum freien Unternehmer auf-steigen. Vor der jüdischen Jugend türmen sich Probleme vongrößter Bedeutung. Ihrer harrt eine Aufgabe, die größer istals die ihrer Väter: die Einstellung auf die neuen Gesetze derWirtschaftsführung, getragen von dem Bewußtsein der Verant-wortung. Der Unternehmer als Verwalter einer öffentlichenFunktion, der Arbeitnehmer im Dienste seines Werkes. DasSchicksal des Kapitalismus wird mitbestimmend sein für dasGeschick der deutschen Juden. Sie waren die Wegbahner inunserer Wirtschaftsepoche, werden sie es verstehen, auch Führerin die neue Zeit zu sein?