Vorwort.
Mit der Unterwerfung unter dasLondvner Ultimatum vom S.Mai 1921und der Kanzlerschaft des Herrn Dr. Wirth begann die „Politik derErfüllung". Ich habe in der vordersten Reihe derer gestanden, die derUnterwerfung unter das Ultimatum auf das entschiedenste widerratenund die Politik der Erfüllung des Unerfüllbaren auf das schärfste bekämpfthaben. Die Erfüllung hat sich inzwischen als unmöglich erwiesen, eineErfahrung, die das deutsche Volk mit dem Zusammenbruch seiner Valuta,mit einer furchtbaren Preisrevolution, mit der Zermalmuug des Mittel-standes, mit schwerer sozialer Unruhe und mit neuen Erschütterungen derFundamente von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft bezahlt. Aber die„Politik der Erfüllung" soll nach dem Willen unserer derzeitigen Macht-haber gleichwohl fortgesetzt werden. Der Kampf um die Erfüllungspolitikgeht also weiter.
Diesem Kampf gegen selbstmörderischen Wahn soll die vorliegende Schriftdienen. In ihr habe ich, zahlreichen Anregungen folgend, versucht, diebisherige Entwicklung der „Reparationsfrage" und der „Erfüllungspolitik"darzustellen und die wesentlichsten Gesichtspunkte zusammenzufassen, dieich seit der Waffenstreckung von Compikgne in Zeitungen und Zeitschriften,im Auswärtigen Ausschuß und im Plenum des Reichstags, in geschlossenenBeratungen und in öffentlichen Versammlungen immer und immer wiedervertreten habe.
Möchte die Schrift helfen, dem deutschen Volke und der Welt die Augenzu öffnen und — ich nehme ein Wort des britischen Schatzkanzlers auf —eine „unsagbare .Katastrophe" abzuwenden.