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Hartwig Daniel erteilt der Große Kurfürst eine Konzession fürden Tabakbau in der Mark. „Wenn er in allen Provinzen dieHandelstätigkeit der Juden auffallend unterstützte, so tat er eswohl aus der ganz allgemeinen Absicht heraus, durch sie mehrGeld in Umlauf zu bringen, den noch halb naturalwirtschaft-lichen Charakter seines Staates in den modernen geld- undkreditwirtschaftlichen umzugestalten. Ebensosehr war es ihmaber darum zu tun, durch ihre größere kommerzielle Erfahrungund ihren frischen Unternehmermut seine bedächtigen, seß-haften und selbstzufriedenen Untertanen mit fortzureißen, sieals Lehrer für sie auszunutzen.“ (Selma Stern, Der preußischeStaat und die Juden, i. Teil, Berlin 1925.)
Diese Politik der milden Behandlung der Juden wird zu-nächst von Friedrich I. fortgesetzt. Er erteilt 1703 dem SalomonIsaac die Erlaubnis, eine Manufaktur in Stickereien anzulegen.Ein Jahr später erscheint das Generalprivileg für die HalleschenJuden, das die Niederlassung von Juden in Halle fördern soll,„das mildeste, wohlwollendste und freiheitlichste aller Juden-edikte der Zeit“ (Selma Stern). Es bewirkt, daß sich in Halleeine Reihe der reichsten Juden ansiedeln. In Ostpreußen er-halten Juden die Konzession für die Litzenmacherei. Diese mer-kantilistische Politik begünstigt die Einwanderung der Juden ausallen möglichen Ländern. Berlin zählt 1707 schon über hundertjüdische Familien. Meist leben sie vom Handel, denn sie dürfenauch jetzt nur die Handwerksberufe ergreifen, auf die die Zünftekeinen Wert legen. In Mark und Cleve gibt es Glasmacher,Branntweinbrenner in Berlin, Bielefeld und Ostpreußen, Pelz-färber in Königsberg, Knopfmacher in Frankfurt a. d. O., da-neben in verschiedenen Städten auch Schneider, Sattler, Mützen-macher, Perlsticker und Buchdrucker. In Berlin findet man be-sonders Graveure, unter ihnen auch einen Hofpetschierstecher.
Bedeutendere Fabrikgründungen durch Juden treten erst unterFriedrich Wilhelm I. und Friedrich dem Großen in Preußenin die Erscheinung, hauptsächlich im Textil- und Seiden-/ gewerbe. Im Jahre 1730 erhält Hirsch David eine Subvention
für seine Samtmanufaktur in Potsdam. Aber alle diese Manu-X fakturen bleiben Ausnahmen. Das revidierte Generaljudenregie-