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tigung ziemlich parallel geht, bis zum Weltkriege bleiben ihnentrotzdem noch viele Berufe verschlossen. Kein Jude kann Offi-zier oder höherer Beamter werden. Die soziale Disqualifizierungbesteht also fort. So wird die Sphäre der Wirtschaft für sie dasÄquivalent im Streben nach sozialer Geltung. In ihr waren dieJuden seit Jahrhunderten mit aller Kraft verwurzelt, hierbleiben sie es auch, denn hier können sie sich frei entfalten unddie Erfolge erzielen, die ihnen auf anderen Gebieten mit Aus-nahme der Wissenschaft und Kunst versagt bleiben. So kannauch die Emanzipation nicht alle Spuren des jahrhunderte-langen Ghetto sofort beseitigen. Aber immer größer wird dieVerflechtung der Juden mit der deutschen Volkswirt-schaft. Immer mehr werden sie an deren Gedeihen interessiert.Sie dienen dem Vaterland, dessen Geschick auch ihr Daseinbestimmt. Die erste Zeit nach der Befreiung führt bei vielenJuden zu einer völligen Assimilation: durch die Taufe glaubensie den Beweis erbringen zu müssen, nur auf diesem Wegewahre Deutsche werden zu können. Immer wieder gehen demJudentum wertvolle Kräfte durch den Übertritt zu einemandern Glauben verloren. Glaubt man an ein besonderes jüdi-sches Ingenium, dann wird es auch den Männern zugesprochenwerden müssen, die zwar als Juden geboren wurden, aber dasJudentum verlassen haben. Von antisemitischer Seite werdengerade diese Persönlichkeiten, obwohl sie sich selbst ganz bewußtzum Christentum bekannt haben, mit Vorliebe als Juden be-zeichnet.
Nur wenigen ist es vergönnt, sich über die namenlose Mengezu erheben. Nur wenige sind es stets, die durch die Stärke ihrerPersönlichkeit den Gang der Dinge beeinflussen können. DerWirtschaftsführer ist eine Erscheinung des modernen Kapitalis-mus. Das „wundersame Geistgebilde der verselbständigten kapi-talistischen Unternehmung“ (Sombart) ist ohne den neuzeit-lichen Unternehmer undenkbar. Er ist der Herrenmensch, dervon schöpferischem Drang beseelt als Gestalter der vorhandenenund Prophet der kommenden Dinge die Ereignisse von gesternmit denen von heute kombiniert, um den Weg zum Morgenzu weisen. Erfüllt von der Idee seines Berufs übt er ihn aus als