— ii4 —
Veranlassung am 2. Juni 1851 ihre Umwandlung in eine Handels*gesellschaft „mit Beibehaltung des gemeinnützigen Zweckes“beschlossen und dem Institut der Name „Disconto-Gesellschaft“gegeben. Alleiniger Geschäftsinhaber wird zunächst David Hanse-mann. So gilt die Gesellschaft dem Staate gegenüber als eine ge-wöhnliche Handelsfirma, bildet aber in ihrer Konstruktion eineNeuschöpfung auf dem Gebiete des Handelsrechts. Unter Beteili-gung von 236 Mitgliedern mit etwas mehr als 1 / a Million TalernGeschäftsanteilen kann die Disconto-Gesellschaft am 15. Ok-tober 1851 in der Kleinen Präsidentenstraße in Berlin ihreTätigkeit beginnen.
Doch zeigt es sich bald als erforderlich, alle Bankgeschäfte zubetreiben und die Gesellschaft mit einem festen Geschäftskapitalauszustatten. So erfolgt am 9. Januar 1856 ihre abermalige Um-gestaltung, und zwar in eine Kommanditgesellschaft auf Aktienmit einem Kommanditkapital von xo Millionen Talern. Am1. Mai 1857 tritt David Hansemanns ältester Sohn, AdolphHansemann, als weiterer Geschäftsinhaber ein. Nach DavidHansemanns Tod hört das reine Darlehensgeschäft an Kaufleute,Händler, Handwerker und Fabrikanten, die ursprünglich Mit-glieder der Gesellschaft sind, allmählich auf. Die wirtschaftlicheEntwicklung macht aus der Disconto-Gesellschaft immer mehrein Bankunternehmen, das sämtliche Bankgeschäfte durchführt.Jetzt tritt zunächst Meyer Goldschmidt, seit 1857 Prokurist,dem Sohn des Begründers als Geschäftsinhaber zur Seite. Damiterhält Hansemann einen jüdischen Kollegen. Da Goldschmidtsich aber aus Gesundheitsrücksichten bald zurückziehen muß,das Geschäft sich jedoch stark vergrößert hat, werden 1869 dreineue Geschäftsinhaber erwählt: der Oberbürgermeister a. D.Dr. Johannes Miquel, der spätere preußische Finanzminister,ferner der bisherige Prokurist Emil Hecker und der bisherigeSyndikus Rechtsanwalt und Notar a. D. Adolph Salomonsohn.Nachdem Miquel schon 1873 ausscheidet, wird neben Adolphvon Hansemann Adolph Salomonsohn der Begründer des deut-schen Großbankwesens.
Salomonsohn kommt durch einen Zufall zur Disconto-Ge-sellschaft. Als Assessor und Vormundschaftsrichter in Ber-