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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
Seite
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vor allem, um es mit Sombarts Worten auszudrücken,dieungeheure Steigerung des Krafteffekts. Erst mit der Eisenbahnkann man hunderte von Waren verschiedenster Art und ver-schiedensten Gewichts über beliebige Entfernungen fortbewegen.Güterzüge von 50 Wagen und mehr rollen nun von Lissabonbis Petersburg, schleppen die Schätze aller Länder herbei, umsie von Volk zu Volk zu führen.

Während aber die Bahnlinien immer näher zueinander rücken,während man den Eisenbahnen immer mehr Waren zur Be-förderung übergibt, bedient man sich auf dem Fabrikhof nochder ältesten Transportmittel. Schwere eiserne Schienen, Ma-schinenteile und Dampfkessel müssen von einer Werkstatt zurandern auf Wagen oder Karren befördert werden. Kaum gibtes Pferde genug, um diese Lasten zu ziehen. Bei Straßen- undKanalbauten gebraucht man noch hölzerne Kippkarren, die mitden Erdmassen beladen werden. Das Aufladen auf die Karrengestaltet sich ebenso schwierig wie das Umkippen, das oft nichtglücken will. Nur wenige Karren lassen sich hinter einem Pferdezusammenkuppeln. Trotz der niedrigen Erdarbeiterlöhne ist derTransport solcher Erdmassen eine kostspielige Angelegenheit,denn bei dieser umständlichen Methode dauert es lange, bis dieBodenbewegung durchgeführt ist. Was nützt die beste Bahn-verbindung, wenn es nicht gelingt, die Ware schnell und billigzum Bahnhof zu bringen, da die Wagen mit den Ziegel-steinen auf schlechten Landstraßen steckenbleiben, wenn derLandwirt seine Erzeugnisse lieber selbst behält oder ins nächsteDorf verkauft, weil ihm die Abfuhr zu umständlich erscheint.Auch hier gilt es also, den Weg abzukürzen, den Krafteffektzu steigern.

Das Prinzip, das der Eisenbahn zugrunde lag, mußte in derFabrik selbst, auf der Baustelle, auf dem Lande zur Anwendunggelangen. Zwei junge Kaufleute sind es, die hier zu Bahn-brechern in Deutschland werden, Benno Orenstein undArthur Koppel. Mit klugem Blick und viel Unterneh-mungsgeist erkennen sie diesen Mangel im deutschen Verkehrs-wesen. Ganz bewußt bilden sie sich, ihre Zeit erfassend, zu Spezia-listen aus. Ihre Firma Orenstein & Koppel wird der erste Betrieb