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für Feld- und Industriebahnen in Deutschland. Die richtigeErkenntnis der Situation legt den Grund für das Weltunter-nehmen, durch das Deutschland in diesem Spezialzweig derMaschinenindustrie führend in der Welt geworden ist.
Benno Orenstein wird am 2. August 1851 in Posen als Sohneines Kaufmanns geboren. Er besucht dort das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und will Jurist werden. Der Vater ver-liert aber sein Vermögen, und so ist der junge Orenstein ge-zwungen, schnell Geld zu verdienen. Im Jahre 1868 tritt erdeshalb als Lehrling bei der Stabeisenfirma Samuel Herz inPosen ein. Nach zweieinhalb] ähriger Lehrzeit geht er am 1. Ok-tober 1870 während des Deutsch-Französischen Krieges alsjunger Mann zu der Eisenfirma Th. Lustig nach Berlin. AuchArthur Koppel ist wie Orenstein Eisenfachmann von Haus aus.Zuletzt Prokurist der alten Eisenfirma G. E. Dellschau in Berlin.Mit wenig Mitteln, aber um so mehr Mut gründen Orensteinund Koppel am 1. April 1876 die Firma, der sie ihren Namengeben, an der Fischerbrücke in Berlin. Günstige Erfahrungen,die das Ausland mit Feldbahnen gemacht hat, versuchen diebeiden Sozien in Deutschland als erste zu verwerten.
Um eine eigene Fabrikation einzurichten, reichen die kargenGelder nicht aus, die ihnen zur Verfügung stehen. Sie kaufenalso zunächst das nötige Material für den Feldbahnbau: leichteSchienen, die ungefähr nur ein Fünftel einer Vollbahnschienewiegen, und leichte eiserne Schwellen. Beide werden auf demLagerplatz der Firma zu tragbaren Gleisen zusammengesetzt.Dazu kommen besondere Wagen, vor allem Kipplowrys, diesich schnell beladen und durch einen Druck entleeren lassen.Wenn sie auch nicht selbst fabrizieren, so geben sie doch dengroßen Eisenwerken die Anregung für die Herstellung der vonihnen gebrauchten Spezialerzeugnisse. Ihre Feldbahnen könnenüber jedes Gelände geleitet werden.
Aber trotz des Fortschritts, den der Bau der modernen Feld-bahn bedeutet, setzt sich die Neuerung nur schwer durch. Oren-stein & Koppel verstehen es jedoch, die Mentalität ihrerKunden zu erfassen. Sie liefern ihnen die Anlagen auch mit derBedingung, sie zurückzunehmen, falls sie den Wünschen der