Druckschrift 
Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
Seite
173
Einzelbild herunterladen
 

173

tung geliefert. Mit schnellen Schritten gelangt die Firma in dieReihe der großen deutschen Lokomotivfabriken. 1913 kann die5000., 1924 die 10000. Lokomotive die Fabrik in Drewitz ver-lassen, 1930 wird bereits die 12000. Lokomotive hergestellt.Nicht nur die Preußische Eisenbahnverwaltung, sondern auchviele ausländische Bahnen bestellen Lokomotiven, Waggonsund anderes Bahnmaterial.

Die Firma Orenstein & Koppel besitzt nur einen ebenbürtigenKonkurrenten in der Firma Arthur Koppel, die 1905 mit9 Millionen Mk. ebenfalls in eine Aktiengesellschaft umge-wandelt worden war. Auch Arthur Koppel hatte in diesenzwanzig Jahren seit der Trennung von Benno Orenstein seinHaus zu einer Weltfirma ausgebaut, hatte sich Agenturen undNiederlassungen in den verschiedensten Ländern gegründet.Der Ort Koppel bei Pittsburg in den Vereinigten Staaten, indem er eine Fabrik errichtet, trägt nach ihm seinen Namen.Er hatte neben der Herstellung von Bahnmaterial ähnlichwie später Julius Berger auch den Bahnbau übernommen.Als erste große Anlage hatte er die 600 km lange Otavi-Bahnin Deutsch-Südwestafrika gebaut. Die Welt scheint zwischenden beiden früheren Sozien aufgeteilt. Als kluge Kaufleute findensie sich deshalb wieder zusammen. Im Jahre 1905 schließensie eine Interessengemeinschaft. Als Arthur Koppel 1908 plötz-lich in Baden-Baden stirbt, vollzieht sich eine noch engere An-näherung beider Firmen, die 1909 zu ihrer vollständigen Ver-schmelzung führt. Mit 26 Millionen Mk. wird jetzt dieOren-stein & Koppel-Arthur Koppel A.-G. gegründet. Benno Oren-stein wird der Leiter der vereinigten Gesellschaften. Seinemorganisatorischen Geschick gelingt es in kurzer Zeit, die beidenWelthäuser zu einem einzigen großen Unternehmen zusammen-zuschweißen.

Nach der Beseitigung der schärfsten Konkurrenz erfolgt dannein weiterer Ausbau des Werkes. 1911 wird die LübeckerMaschinenbaugesellschaft, die speziell Bagger herstellt, ange-gliedert, 1912 die Maschinenfabrik Montania A.-G. in Nord-hausen, in der Motoren fabriziert werden. Stets ist Orensteindarauf bedacht, sein Werk planmäßig zu erweitern. Im Jahre