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für Deutschland um Frieden zu bitten, bleibt ihm erspart. Er-spart so auch die Verfemung, mit der Fanatiker Erzberger undRathenau in den Tod hetzen.
Die Revolte von Kiel droht auch die Ordnung in Hamburg um-zustürzen. Noch am 8. November präsidiert Ballin einer Sitzungdes Verwaltungsrats des Vereins Hamburger Reeder, dessen Vor-sitzender er seit 1901 ist. Auf seinen Vorschlag wird beschlossen,am nächsten Tage gemeinsam mit dem Arbeiter- und Soldaten-rat, der sich inzwischen auch in Hamburg gebildet hat, eine neueKonferenz abzuhalten, die angesichts der bedrohlichen Situationentsprechende Maßregeln treffen soll. Als man am 9. Novembersein Arbeitszimmer betritt, findet man ihn ohne Bewußtsein.Eine zu starke Dosis des Schlafmittels, das er schon lange zunehmen pflegte, läßt ihn nicht mehr erwachen. Mittags umein Uhr hat Albert Ballin ausgelitten. Wie kein anderer war erein Exponent des Kaiserreichs. Mit dem Untergang dieserEpoche hatte das Leben für ihn an Wert verloren. Seine Mis-sion erschien ihm als erfüllt.