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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
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Jüdische Überlieferung und rabbinische Gelehrsamkeit bildenalso ein Erbteil Caros.

Caro besucht das Gymnasium in Lodz, besteht dort 1888das Abiturium und begibt sich zum Studium nach Berlin, mußhier aber zunächst noch einmal das Abiturientenexamen machen,um als Student an einer deutschen Hochschule zugelassen zuwerden. Caros Vater wird 1891 aus Rußland ausgewiesen undübersiedelt jetzt nach Berlin, verliert aber infolge der Aus-weisung sein Vermögen. Caro studiert an der Technischen Hoch-schule in Berlin, dann in Leipzig bei Ostwald Chemie, erwirbt1891 das Chemikerdiplom, wird 1892 Dr. phil. an der Uni-versität in Rostock. Von 1892 bis 1894 arbeitet er als Assistentam Chemisch-Pharmazeutischen Institut der Universität Berlinunter Geheimrat Adolf Pinner und beginnt hier bereits eigeneVersuche anzustellen. In verschiedenen chemischen Fabrikeneignet er sich auch praktische Kenntnisse an und errichtet 1895ein eigenes chemisch-technisches Laboratorium. Caro nutzt dieFortschritte der Wissenschaft von der Elektrizität und stellt siein den Dienst der chemischen Forschung. So wird er zu einemder Pioniere der elektrochemischen Industrie.

Nachdem im Jahre 1893 dem Amerikaner Wilson und demFranzosen Moissan die Herstellung von Kalziumkarbid unterVerwendung des elektrischen Flammenbogens gelungen war,hatten sofort die Bestrebungen eingesetzt, diese mit Hilfe derElektrizität nunmehr überhaupt erst wirtschaftlich herzustel-lende Verbindung für die Beleuchtungsindustrie sowie als Aus-gangsmaterial für weitere Industriezweige zu verwerten. Dievon Moissan durchgeführten Versuche zur Bindung des Stick-stoffs an Kalziumkarbid scheiterten. Erst in Caros Laboratoriumwurde festgestellt, daß die Bindung des Stickstoffs an dieKarbide der Erdalkalien, also an das Kalzium und das Barium,möglich sei. Am 31. März 1895 erhalten Caro und Frank dasDeutsche Reichspatent Nr. 88363, wonach zur Herstellung vonZyankalium aus Bariumkarbid, Stickstoff und Wasserdampf überein Gemisch von zerkleinertem Bariumkarbid, Ätzkali, Pott-asche und Kohle bei Rotglut geleitet wird. Auf diesem Patentund auf weiteren Zusatzpatenten beruht die große internatio-