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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
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die sich schon äußerlich in einer Abnahme der Zahl der Aktien-gesellschaften von 17074 Ende 1924 und 13010 1925 auf 12392am 31. Oktober 1926 ausdrückt, hat sich auf das Bankgeschäftnoch nicht merklich übertragen. Zwischen öffentlichen Bankenund Sparkassen einerseits und den privaten Banken und Bankiersandererseits ist eine Vereinbarung über die Geschäftsabgrenzungnoch nicht zustande gebracht worden. In einem weniger ertrag-reichen Jahre wäre diesen für die Zukunftsentwicklung sowichtigen Punkten vermutlich mehr Eifer gewidmet worden.Seitdem hat sich in den geschilderten Verhältnissen nichts ge-ändert, nur treten die Mißstände heute vielleicht noch deut-licher als damals in die Erscheinung. Wir einerseits sind unab-lässig bemüht gewesen, unseren eigenen Betrieb wirtschaftlicherzu gestalten und haben auch darin gewisse Erfolge erzielt. Wirhaben aber nicht mehr erreichen können, als daß der Reinge-winn, der in den letzten drei Jahren ungefähr gleich gebliebenist, von 38% der Summe der Beamtengehälter, und zwar ohneBerücksichtigung der Vorstandsgehälter, für das Jahr 1926 auf40% im Jahre 1928 gestiegen ist. Wassermann erklärt ferner:Solange das deutsche Volk neben den ungeheueren Repara-tionszahlungen freiwillig und unnötig jedes Jahr Milliardenopfert, weil die öffentliche Verwaltung sich noch immer einervernünftigen Rationalisierung entzieht, wird die Kapitalbildungüber das natürliche Maß niedergehalten. Daß in Deutschlanddas Bankgewerbe ganz besonders überbesetzt ist, will ich indiesem Zusammenhang nur nebenbei bemerken. Diese Ab-schnitte aus Wassermanns Rede in der Versammlung, die überdas Schicksal seiner Bank entscheidet, sind charakteristisch fürseine Wirtschaftsauffassung. Der Zusammenschluß der Deut-schen Bank und der Disconto-Gesellschaft läßt den EinflußWassermanns noch weit über die bisherige Sphäre hinauswachsen.

Wassermann darf den Ruhm für sich in Anspruch nehmen,sich als deutscher Wirtschaftsführer stets in die ersten Reihender Vorkämpfer für das Judentum gestellt zu haben. Wie er dieForschungen über jüdische Probleme als stellvertretender Vor-sitzender der Akademie für die Wissenschaft des Judentumsfördert, so bringt er auch der zionistischen Arbeit in Palästina