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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
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Die englischen Union?.

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Selbst auf die enger umgrenzte Frage zurückgeführt, obdie Löhne Dank jenen Veranstaltungen höher gestiegensind, ob sie ohne dieselben besser oder schlechter gewor-den wären, gibt die Beobachtung des thatsächlichen Ver-laufs der Diuge keine beruhigende Antwort. Hier wiebei den stets wiederkehrenden Problemen der Ueberwälzungvon Steuern uud Erzeugungskosteu stehen wir vor einemunüberschaubaren Prozeß unendlich vieler uud unend-lich flüchtiger Bewegungen, den noch kein Apparat zu er-spähen und festzuhalten vermocht hat, und zu welchem diecoucreteu Erlebnisse die widersprechendsten Belege liefern.Die Arbeitseinstellung und namentlich die Möglichkeit der-selben ist unläugbar eine Waffe in deu Händen der Ge-werkvereine, und richtig gebraucht müßte sie, ihrer Naturnach, auch den Interessen der Arbeiter dienen. Wenn alsowahr sein sollte, was auf den ersten Blick Manchem vielleichtnicht wahrscheinlich klingt, aber doch von vielen Fach-schriftstellern nnd Industriellen ausgesprochen wurde: daßim Ganzen das Einkommen der Arbeiter in Folge derStrite's mehr Verlust als Gcwinu befahren hätte, so könntedas nicht sowohl dem Mittel selbst als vielmehr dem un-richtigen Gebrauch, welcher von demselben gemacht wurde,zur Last fallen, einer unrichtigen Gebrauchsweise allerdings,zu welcher iu den: Besitz der Waffe auf Seiten gerade derbetreffenden Personen eine stetige allzustarke Versuchung liegt.Gegen diesen falschen Gebrauch aber gibt es uur eineBelehrungsmethode, uämlich die Erfahrung und derenLeiden. Ist auch, wie alle sprüchwörtliche Weisheit, derSatz, daß der Mensch durch Schaden klug wird, nur sehrbedingt wahr (weil es nämlich dem Menschen überhauptso schwer ist, klüger zu werden, als er zur Welt kommt),so ist doch auf diese Erziehungsmethode noch am ersten